Meno Shine Now – Christianes Wechseljahre Geschichte

Persönliche Geschichten der Nowshine Leserinnen über ihre Wechseljahre. 

Herzlichen Dank an Christiane, dass ich ihre Wechseljahres-Geschichte hier veröffentlichen darf!

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Rückblickend macht alles einen Sinn, leider erkennt man das aber leider erst so spät. Ich bin gerade 52 Jahre alt geworden und so langsam hebt sich der Schleier über meinem Lebens und meiner Gesundheit. Mit 38 bin ich urplötzlich in die Menopause gerutscht. Aber am besten erzähle ich von Anfang an.

Rückblick auf meine Gesundheitsreise

Schon seit meiner ersten Periode hatte ich Probleme, da war ich 13 Jahre alt. Ich hatte immer starke Schmerzen und auch recht starke Blutungen. Schmerzmittel während der Periode waren für mich völlig normal, man musste die Schmerzen ertragen. Das ist normal, wurde von allen Seiten gesagt. Die Eine hat mehr Schmerzen als die Andere „stell dich nicht so an, es ist keine Krankheit“ Mit diesem Credo geht man durch jede Periode und nimmt es hin.

Sexuell war ich immer eher zurückhaltend unterwegs, hatte wenig Bedürfnis. Man macht mit, und dann ist es auch schön, aber einen eigenen Trieb hatte ich kaum. Als ich dann mit 29 schwanger werden wollte, kamen die Probleme. Es passierte nichts. Irgendwann geht man zum Gyn, der einem die ersten Hormone gibt, und das böse Spiel mit der monatlichen Erwartung und der regelmäßigen Enttäuschung beginnt.

Plötzlich tauchten Zysten am Eierstock auf. Man geht zur Laparo- und Hysteroskopie, dann können auch gleich die Tuben auf Durchlässigkeit geprüft werden. Und da war er, der erste niederschmetternde Befund: Endometriose an den Eierstöcken, den Bändern und im Bauchraum. Die Erklärung für die starken Schmerzen und meine völlige Kraftlosigkeit bei jeder Regelblutung, die übrigens immer regelmäßig kam. Also doch nicht alles normal!

Die Herausforderungen meiner reproduktiven Gesundheit

Wieder Hoffnung, dass die Schwangerschaft jetzt klappt, alle Herde sind weg!

Aber auch dann nur Enttäuschung, trotz stärkerer Hormone und nach einem halben Jahr erneut eine Eierstockzyste. Wieder LSK und HSK mit Ausräumung aller Endoherde. Danach kam die Keule! Sechs Monate lang wurde ich mit Medikamenten in die künstlichen Wechseljahre versetzt. Das war, als ich 33 Jahre alt war. Wirklich schlimm! Danach begannen die künstlichen Befruchtungen, mit den nächsten Hoffnungen und schmerzlichen Enttäuschungen. Ich konnte es nicht durchhalten, es war psychisch für mich nicht auszuhalten. Daher haben wir diese Behandlungen nach dem dritten Versuch nicht weitergeführt

Wir haben uns dann entschieden, ein Pflegekind aufzunehmen. Nach 1,5 Jahren kam dann unser Sohn zu uns, gerade 14 Tage alt, innerhalb von 5 Tagen zog er bei uns ein ohne Vorwarnung. Ich war 36 und es war der 5. September 2008. Es war die schönste, anstrengendste und tollste Zeit auch wenn anfangs nicht klar war, wie sicher es ist, dass er bleiben kann. Nun ist er mittlerweile 15 Jahre alt.

Der Eintritt in die Wechseljahre

Mit 38 blieb dann plötzlich meine Regel aus, ich dachte ich wäre schwanger und traute mich nicht einen Test zu machen. Erst als ich nach 8 Wochen noch nichts tat machte ich einen Test: negativ!

Eine Woche später kam meine Regel, dann wieder Pause bzw. nie wieder. Der Verdacht auf prämature Ovarialinsuffizienz (vorzeitige Menopause) lag nahe. Die Wechseljahrssymptome waren massiv: Hitzewellen, schlechter Schlaf und Depression. Ich hatte das Gefühl, ich falle und falle in ein tiefes Loch. Für mich ergab nichts mehr Sinn, und ich war verzweifelt, mein Sohn war gerade 3 Jahre alt.

Mein Gynäkologe hatte alles recht gut diagnostiziert, allerdings hatte ich das Gefühl, er war etwas überfordert. Ich war zwar in der Menopause, aber nicht regelkonform und daher nicht mit den anderen Patientinnen vergleichbar.

Ich spürte, dass ich zusätzliche Hilfe brauchte, und machte mich im Internet auf die Suche. Dabei stieß ich auf eine Praxis in Hamburg, zwei Gynäkologinnen, die gleichzeitig auch Endokrinologinnen waren und auf Wechseljahre spezialisiert waren.

Die Suche nach angemessener medizinischer Betreuung

Tatsächlich bekam ich einen Termin, und das war meine Rettung. Meine Hamburger Ärztin wusste sofort, was los war, und erklärte mir, wie dringend ich eine Hormonersatztherapie benötigte. So kam ich dann mit 39 Jahren zu meiner HET. Ich habe verschiedene Hormone ausprobiert, aber am Ende war es Femoston Conti, das am besten funktioniert hat. Allerdings konnten wir meine sexuelle Lust nie wiederherstellen, zum Leidwesen meines Mannes. Es funktioniert zwar, aber für mich persönlich ist das Verlangen nach Sex einfach nicht mehr da.

Ich fahre nun 1-2 mal im Jahr nach Hamburg, den Rest erledigt mein Gynäkologe vor Ort. Er zieht in der Behandlung mit und kennt die Ärztin aus Hamburg. Er hat schon mehrere Vorträge von ihr gehört und sagt, dass es für ihn sehr interessant ist, meine Therapie mitzuverfolgen und selbst dadurch zu lernen.

Bewältigung von Gesundheitsproblemen nach der Menopause

Was ich auch noch erzählen muss, ist, dass ich zwei Jahre nach der Menopause, also mit 40 Jahren, Rheuma entwickelt habe. Ich habe eine genetische Veranlagung, und man vermutet, dass der plötzliche Hormonmangel der Auslöser war. Ein Jahr später kamen dann auch Herzrhythmusstörungen hinzu. Zu dieser Zeit fühlte ich mich sehr unsicher und hatte das Vertrauen in meinen Körper verloren. Zum Glück blieben aber weitere Erkrankungen bisher aus.

Mein Umgang mit Hormonersatztherapie und anderen Therapien

Aktuell nehme ich nun seit 3 Monaten das Gynokadingel (Östrogen) und Duphaston (Dydrogesteron, nicht bioidentisch). Wenn ich es richtig verstanden habe, ist das aufgrund meiner Endometriose, die in keinem Fall wieder angestachelt werden soll.

Langfristig werde ich versuchen, ohne orale und transdermale Hormone auszukommen, aber nur in Begleitung meiner Ärztin. Im Übrigen bin ich eine begeisterte Nutzerin von Intrarosa (Prasteron bzw. DHEA), für mich die besten Vaginalzäpfchen. Es juckt nichts, es krümelt nicht, und es gibt keinen komisch aussehenden Ausfluss. Leider werden diese Zäpfchen nicht von der Krankenkasse übernommen, nur mit Privatrezept.

Meine Rheumamedikamente und Betablocker bleiben natürlich erhalten.

Was mir außerdem hilft, ist hoch dosiertes Vitamin D, Vitamin K und Magnesium sowie der Sport, den ich seit Anfang des Jahres stark erhöht habe. Ich bin gerade sehr motiviert und voller Kraft.

Mein Ausblick auf die Zukunft

Wer weiß, was noch kommt. Immer öfter schaue ich auf mich und darauf, was mir guttut. Ich sage mir, dass ich nicht für andere auf der Welt bin, sondern für mich!

Ich bin total begeistert, wie plötzlich so viel über Wechseljahre gesprochen wird! Gerade habe ich den Podcast von Frau Dr. Schaudig gefunden, der Kollegin meiner Gynäkologin/Hormonärztin. Einfach nur super!

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(HIER habe ich euch den Podcast verlinkt, den solltet ihr unbedingt hören/ findet ihr auch bei Spotify)

Wenn auch du deine Geschichte mit anderen Frauen der Nowshine Community teilen möchtest, dann schicke sie an dorota@nowshine.de.

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