Zu viel Yoga, zu wenig Sex?

In einer meiner Lieblingsserien, „The Affair“, sagte in einer Folge eine alte Dame, dass die Leute heutzutage viel zu viel Yoga machen: „Wenn wir uns früher verbiegen wollten wie eine Brezel, hatten wir Sex. Und heute sind alle unzufrieden. Zu viel Yoga, zu wenig Sex“.

Ich schmunzelte aber ich überlegte auch, ob da was dran ist.

Also los, weniger Yoga, mehr Sex und alle sind zufriedener?

Ist es so einfach?

Lass mal sehen. Guter Sex entspannt. Wenn Sex gut ist, ist das, was mit uns passiert, wirklich magisch. Sex macht tolle Haut und rosige Bäckchen und schöne, postkoitale, Kate-Moss-Haare. Sex ist der menschliche Reset-Knopf.

Beim Sex lässt man sich fallen und denkt nicht.

Moment. 

Beim Yoga lernt man, den eigenen Gedanken nicht zu viel Aufmerksamkeit zu schenken

Noch bin ich nicht so weit, dass ich beim Yoga nicht denke. Ich denke manchmal sogar Blödsinn beim Yoga. Wie heute Morgen…

Ein gemütlicher Morgen im Dezember, Kerzen brennen, ein Räucherstäbchen verströmt angenehmen Duft. Ich yoge den “Baum”, halte meine Arme über dem Kopf und mit einem Mal habe ich diesen Gedanken: 

“Die Arme könnten wirklich weiter hinten sein. Und näher an den Ohren. Wackelst du etwa? Du wackelst! Gleich fällst du um! Jeder blutige Anfänger kann das besser als du.”

In mir wohnt eine alte Frau, die mich, so oft sie kann, kritisiert. Ich glaube, dass sie wie Sofia aus „Golden Girls“ aussieht, nie lächelt und immer mies drauf ist. Heute habe ich sie kurz in mir aufblitzen sehen und ich glaube, dass sie schon richtig lange in mir wohnt. Dass ich sie jetzt mal gesehen habe, kommt vielleicht vom vielen Yoga, Yoga soll ja das Bewusstsein schärfen.

Ich stehe da so im Baum, innerlich gehen in mir kritische Atombomben hoch und gleich lege ich mich innerlich mit Sofia an, die unbedingt möchte, dass ich die Balance verliere, da höre ich eine weitere, ganz leise Stimme.

“Bleib bei dir.“

Also was lernen wir, Ladies and Gentlemen? Keine Ahnung? Egal. 

Ich für meinen Teil bleibe beim Yoga. Allein wegen meiner eigenen Antworten auf meine Gedanken. 

Und weil ich durch Yoga gelernt habe, die unangenehme Stimme, die mich kritisiert und antreibt, reden zu lassen. Außerdem habe ich gemerkt, dass mein Kopf rund ist und ich die Richtung, in die meine Gedanken kreisen, auch ändern kann.

Und das, taaaadaaa, beflügelt meinen Sex. 

Denn wenn mir auf einmal mittendrin beim Sex einfällt, dass da noch Wäsche im Trockner ist und ich Lian noch kein Butterbrot für die Schule gemacht habe, dann mache ich Omm, sammle meine Sinne und lenke sie nur auf eins. 

Und das sind nicht die Butterbrote, das ist mal klar. 

Shine now in your downward dog,

Doro

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1 Kommentar

  1. Petra 29 luckypetra
    22. Dezember 2021 / 5:20 pm

    Ok ich wunder mich das meine Haare statt dünner immer kräftiger werden 😂😂😂Also ich bleib dann lieber beim Sex, das Verbiegen beim Yoga 🧘‍♀️ ist irgendwie gür mich nicht do entspannend. Ausserdem hilft mir Sex bei Kopfschmerzen🙈🙈🙈

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