Angst vor der vierten Welle, Zombies und Leichen unter meinem Bett

Nachdem ich heute früh aufgewacht bin und bestimmt auch schon vorher, fühlte ich mich so großartig wie die Liebe selbst. Ich trank einen Espresso, duschte, zog mich an…, was für ein herrlicher Tag! Dann stiegen Lian und ich ins Auto, er wiederholte Französischvokabeln, ich machte das Radio an.

Es war 8 Uhr morgens und es liefen die Nachrichten. Und sie triggerten mich. Ugh, ich erwischte mich bei lauter pessimistischen Gedanken.

Das Radio redete über Covid und Afghanistan und prophezeite schlimme Dinge, die auf uns zurollen. Alles wird ganz ganz schlimm und wir müssen ganz viel Angst haben. Ok, das mit der Angst sagten sie zwar nicht, aber das mussten sie auch nicht. Mit großer Freude reagiert niemand auf die aktuellen News.

Lian bekam davon zum Glück nicht viel mit, er war mit wichtigen Vokabeln wie Belle-mère und Beau-Père beschäftigt.

In meinem Kopf waren einige Turbulenzen und das schon so früh am Morgen. Ich setzte Lian an der Schule ab und ging in den Wald, ich musste dringend meine Fantasie säubern und etwas Schönes manifestieren. Dabei fühlte ich mich, als wäre ich imperialen Truppen begegnet. Unterschwellig fühlte ich sogar Angst.

Dass eine Zukunft kommen wird, ist uns allen klar.

Also jetzt nicht diese Angst, die man haben sollte, wenn man als Frau alleine in den Wald geht. Ich habe keine Angst, dass jemand hinter einem Baum hervorspringt, um mich zu killen. Diese Art von Angst habe ich nachts, wenn ich alleine bin und im Dunkeln aufs Klo muss. Ich sprinte dann zurück ins Bett, weil ich denke, dass eine Leiche unter meinem Bett liegt und mit der halb verwesten Hand gleich nach meinem Knöchel grapschen wird, ALLES KLAR? Heute hatte ich Angst davor, was die Zukunft bringt. Und dass eine Zukunft kommen wird, ist uns allen klar.

Einatmen und lange Ausatmen. Ich fing an, meine Gedanken zu sortieren. All das, was das Radio sagte, war noch nicht passiert und ich weiß auch nicht, ob es je passieren wird. Ich setzte einen Fuß vor den anderen, ich sah Bäume, Gras und den Himmel und mein „Fuck“ im Kopf wurde etwas leiser. Ich weiß, dass viel Angst und viele Sorgen in der Luft liegen und auch ich praktiziere manchmal selber einen Mindfuck vom Feinsten.

Weil, ihr wisst schon, es ist die Pandemie der Ungeimpften, sie alle sind schuld daran, dass wir nicht normal leben können und dass die vierte Welle anrollt…

Oder weil die Geimpften sich bald alle in Zombies verwandeln werden, wie bei „I am Legend“ und nachts Will Smith in NYC jagen werden. Oder wahlweise schon vorher sterben werden. Oder vielleicht wird es in einigen Jahren so ablaufen wie in dem Buch/ der Serie „The Handmaids Tale“! Und was dann?!

Oh, die guten alten Vibes und Trigger deiner Umgebung. Doro, mach es wie Lian, bleib bei dir und lerne lieber Vokabeln.Belle-mère, Beau-Père halten deine Fantasie clean. Heute ist Wald. Ein sonniger Tag im Herbst. Pumpkin Spice Latte. Pflaumenkuchen. Kleider mit Boots und ohne Strumpfhose.

Neue Ängste werden sich immer anbieten.

Inner Peace is here to stay und deine Aufgabe.

Deshalb latschte ich 6 km durch den Wald, säuberte in meinen Kopf, was das Zeug hält und versuchte, mich wieder so großartig wie die Liebe zu fühlen. Trotz all der Wellen, die auf uns zurollen. Als ich im Sommer am Atlantik gelebt habe, habe ich gelernt, dass man durch jede Welle, egal wie groß, durchtauchen kann. Das erfordert etwas (meistens viel) Mut und die Luft bleibt einem weg und vorher hat man natürlich Todesangst (weil Fantasie!) und das Haarstyling ist völlig hin und das Bikinioberteil hängt einem um den Hals… und enthüllt die Brust und damit das Herz. Jede große Welle enthüllt dein Herz.

Hast du den Mut, durch hohe Wellen zu tauchen?

Ich säuberte meine Vibes nicht nur wegen der Wellen des Radios, auch wegen einiger meiner Umstände, wie dem, dass Luke heute Nacht nicht nach Hause gekommen ist und ich eigentlich tief in der Angst stecken müsste. Ist ihm etwas passiert? Hatte er einen Unfall? Lebt er überhaupt noch?

Halte deine Fantasie sauber.

Du bist kein Stück Tofu, das den Geschmack der Umgebung in sich aufnimmt. Nur gute Gedanken. Die kommen in dein hübsches Köpfchen, die Schlechten – weg damit. Tiefes fühlen – ok. Und danach konsequent detoxen. Und vergiss nicht, einfach immer dein großes Herz zu enthüllen.

Ansonsten mach es wie Lian: Belle-mère und Beau-Père. Wenn nötig in Dauerschleife.

Weil dein Job ist folgender: shine now, always and forever,

Doro

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2 Kommentare

  1. Sylvia Linke
    6. Oktober 2021 / 12:08 pm

    Sehr schön geschrieben. Mir geht es gerade ähnlich. Einige meiner Kunden kommen aus Prinzip nicht in mein Kosmetikstudio wegen der 3G Regel, die eintrifft bei körpernahen Dienstleistungen. Das merke ich natürlich am Umsatz und finde es echt traurig wie sich die Menschen immer mehr voneinander entfernen. Leider neige ich dazu die Fehler bei mir zu suchen, wenn Kundschaft wegbleibt. Ich bin jetzt 24 Jahre selbstständig. Aber so viel Kopfkino hatte ich selten.
    Ich weiß allen kann man es nicht recht machen, aber es beschäftigt mich sehr.

    Ganz liebe Grüße von Sylvia

  2. Anna
    7. Oktober 2021 / 10:32 am

    Ah herrlich! Ich sitze gerade in der Arbeit. Und da dachte ich mir, unterbreche ich die Arbeit und lese den Blogpost. Sowas von wahr und richtig! Und es tut so gut dies zu lesen. Liebe Grüße!

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