Zeit für mehr (innere) Schönheit/ ein Pony Pro und Contra

Am liebsten würde ich einen Post darüber schreiben, wie wichtig es ist, du selbst zu sein und das wahre Ich der Welt zu zeigen. Aber ich sitze hier mit meinem herauswachsendem Pony, den ich zur Seite gepinnt habe und zeige der Welt, die momentan aus meinen Kindern und meinem Ehemann besteht, meine breite, hohe Stirn, die ich jahrelang unter einem Pony versteckt gehalten habe. Und überlege, ob das mein wahres Ich ist. Und ob ich es überhaupt mag.

Dieses „seht her, die mit der Stirn, das bin ich“ macht mich ein bisschen unsicher, denn, was werden die anderen Menschen davon halten, wenn ich ihnen mein echtes Ich so ponylos vor den Latz knalle? Aber da wir (ich) mir ja keine Gedanken darüber machen möchte/ werde/ sollte, was andere Menschen von mir halten, ist alles supi.

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Wirklich! Ok, um euch ernsthaft zu überzeugen, dazu muss ich kurz ausholen. Letzte Woche vertrat ich meine Meinung. Ohne vielleicht und ohne Hintertürchen, Exit oder Notausgang. Und bekam hier und da einen bösen Blick (oder wie Luke sagt „die hat dir ein Auge gegeben!“), denn nicht alle waren meiner Meinung.

Ich blieb bei meinem Gesagten und was dann geschah, nenne ich eine natürliche Auslese, denn die, die nicht meine Meinung doof fanden, gingen, als wären sie nie da gewesen. Was dann noch geschah, bestaunte ich mit den großen Augen meines inneren Kindes, denn neue Menschen, die meine Meinung teilten, erschienen wie aus dem Nichts. Als würde das Universum/ Gott/ eine höhere Macht wirklich gute Arbeit leisten. Und das in einem Tempo, das mich total überrascht.

Authenticity: The courage to be yourself

Ich telefonierte viel und lachte viel und ärgerte mich diesmal null und zweifelte auch nicht eine Sekunde an mir und dem, was sich für mich richtig anfühlte, das einfach nicht jeder gut finden kann. Denn wie man in Köln so treffend sagt, ist jeder Jeck anders und nun sitze ich hier mit einer geteilten Meinung und ohne Pony und überlege, ob ich dieses „noch mehr von mir“ der Welt zeigen möchte. Und damit meine ich nicht nur die Haare.

So ein Pony verdeckt und man kann sich dahinter gut verstecken. Ich verstecke graue Ansätze, die eine oder andere Falte und Mimik, wie hochgezogene Augenbrauen oder meinen eigenen bösen Blick. Und leider auch mein drittes Auge, das durch den Pony ja mal so gar nicht richtig erkennen kann, was ich so treibe. Also stecke ich die Haare entschieden zur Seite und habe das Gefühl, meinen Horizont zu erweitern. Ernsthaft.

Vielleicht fragt ihr euch, ob ich jetzt total durchgeknallt bin, wie kann man sich wegen seinen Haaren so viele Gedanken machen und diese ganze Menge hineininterpretieren! Aber man kann. Ich schlage vor, dass ihr euer Aussehen einfach mal radikal ändert und schon sehe ich euch, wie ihr 10-minütige Sprachnachrichten an eure beste Freundin schickt. Der Postbote hat mich heute nicht erkannt, das sagt doch alles.

Ich fühle mich ungewohnt, aber doch immer noch wie ich. Nur irgendwie nackt, so als würde ich mutig wie Lisa Standsfield in dem Video zu „Never never gonna give you up“ ohne Kleidung durch die Straßen spazieren. Das Video schaute ich mir gerade an, wünschte, genauso lässig mit meiner Nacktheit umgehen zu können und merkte, dass ich vor vielen Jahren den gleichen Haarschnitt wie sie hatte.

Choices Chances Changes

Ich habe es geschafft, ihn rauswachsen zu lassen und bin heute keine kurzhaarige Brünette mehr. Und auch nicht die, mit dem gesträhnten Stufenschnitt und auch nicht die Dunkelhaarige mit dem Bob oder die mit dem pinken Iro. Ich bin die, die ihre Haare nicht mehr schneiden mag oder zu etwas formen, was sie nicht sind. Ich möchte diese Haararbeit loslassen, höchstens Zöpfe flechten, mein drittes Auge aufwecken und meine Haare als feine Energieantennen erkennen.

Wusstet ihr, dass man im Kundaliniyoga sagt, dass ein Pony nicht empfehlenswert ist? Die Knochen der Stirn sind durchlässig und dienen dazu, Licht auf die Zirbeldrüse zu lassen, was die Gehirnaktivität sowie die Schilddrüsen- und die Sexualhormone beeinflusst. Wenn man einen Pony trägt, der die Stirn bedeckt, behindert er diesen Prozess. Jetzt ist der Post für die einen schön informativ, die anderen finden ihn total abgedreht, ich habe es mal wieder geschafft, zu verwirren. Und das ganz ohne Pony.

Und so, mit einem herauswachsenden Pony, einer klaren Meinung, hoffentlich mehr Gehirnaktivität und bald neuer sexueller Lust, wünsche ich euch einen ruhigen Rückzug. When you can´t go outside, go inside, sprich kümmere dich um deine innere Schönheit. Also Pony hin oder her, mein Vorschlag ist, diese Zeit zu einer der besten deines Lebens zu machen. Trotz Angst, Unsicherheit und Sorgen, das Leben ist zum Üben da. Wie das geht, kann ich dir nicht sagen, denn dieser Blog ist kein Ratgeber und ich kann nur sagen, was ich so treibe. Nämlich Dinge, die mich stören, zu ändern, wenn ich sie ändern kann. Und wenn nicht, mich ihnen zu ergeben.

Shine now and let love grow roots in your heart,

Doro

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9 Kommentare

  1. 26. März 2020 / 4:36 pm

    Du siehst ohne Pony total anders aus- der Postbote ist also verstanden. Aber: ich mag es. Auch wenn ich deinen Pony immer so super gepflegt, besonders und ansprechend fand. Was auch daran liegen mag, dass ich keinen tragen kann. Ist also ein bisschen wie mit Locken und so. Du bleibst ja du und: mit drei Augen (ich sehe keines) sieht man mehr! Somit wie immer ein sehr cooler Post
    So shine
    Liebe Grüße
    Nicole

  2. Sofia Schmiedel
    26. März 2020 / 6:38 pm

    Ich finde dich ohne Ponny sogar noch schöner. Irgendwie ungewöhnlicher, edler.

    Liebe Grüße
    Sofia

    • Dorota
      Autor
      26. März 2020 / 6:44 pm

      You made my day! Danke dafür 💓

  3. Barbara
    27. März 2020 / 5:23 pm

    Liebe Doro,
    also…. das ist wieder mal ein so herrlicher Text… …. !! Ein bisschen fehlen mir fast die Worte… ich bezeichne die gegenwärtige Situation oft als surreal, und du bist irgendwie auch manchmal wie nicht von dieser Welt!? Die Mischung ist so besonders, da winkst du grad noch der Lisa aus der Ferne und im nächsten Moment geht’s um Kundalini. ICH LESE SO GERNE BEI DIR!!
    Wie schön, wenn man Veränderung bemerkt, oder? Ich kann mich so gut an eine Zeit erinnern, da die Wahl meiner Frisur vom Bedürfnis bestimmt wurde, mich irgendwie verstecken zu können…
    Dein Humor… köstlich. Dein Tiefsinn… willkommen! Tut gut in diesen Tagen.
    Schade, dass wir erfahren mussten, dass irgendwas mit dem Router nicht stimmt… ich hoffe, unter deinen Followern befindet sich jemand, der jemand kennt… Schwarmintelligenz, wo bist du!?
    Liebe Grüße – Shine bright! Und bleibt gesund!
    Barbara

  4. addictedtofashionbykathrin
    29. März 2020 / 8:02 pm

    Liebe Doro, ich lese Deine Zeilen nach wie vor sehr gerne – besonders im Moment. Und Dein Blog ist der einzige, den ich seit meinem Blogger-Ausstieg überhaupt noch lese. Einfach, weil Du so ehrlich und authentisch bist.
    Liebe Grüße aus der Nachbarstadt
    Kathrin
    P.S.: Die Kirchturmspitze, die Du aus Deinem Fenster sehen kannst, sehe ich auch von meinem. Nur aus viel weiterer Entfernung 😉

    • Dorota
      Autor
      29. März 2020 / 8:06 pm

      Ich habe gehofft, mal wieder von dir zu lesen und hoffe auch, dass es euch allen gut geht!
      Die Kirche… haha sei froh, dass du sie nur sehen und nicht auch hören kannst… wie ich, Ding Dong!
      Liebste Grüße an euch, Doro

      • Kathrin
        30. März 2020 / 2:53 pm

        Uns geht es Gott sei dank allen gut, danke Dir. Wir haben uns aufgrund der Tatsache, dass mein Papa ja vor zwei Jahren so schwer lungenkrank war extrem frühzeitig von allem isoliert. Seit einem Monat gibt es für mich nur zu Hause, Supermarkt und Büro. Aber ich komme echt gut damit klar. So wird mal jede Schublade bis in die allerletzte Ecke ausgemistet, darin gehe ich ja immer sehr auf ;-).

        Kannst Du mir bitte noch verraten, woher die blaue Bluse ist, die Du in dem Post über die schwarze Mangohose trägst? Ich versuche mich – dank Deiner Inspiration! – auch an einer Capsule Wardrobe (schon länger und das wird auch noch lange dauern, bis sie fertig ist *lol*), aber ich besitze tatsächlich keine einzige blaue Bluse! Und bisher habe ich auch noch keine gefunden, die meiner C.W. würdig ist – bis glaube ich auf Deine mit den herrlichen Ärmeln.
        Kiss

        • Dorota
          Autor
          30. März 2020 / 3:19 pm

          Das hört sich nach guten Vibes an, wie schön!
          Also die Bluse ist leider steinalt, wie es sich für eine Kapsel Bluse gehört. Sie ist von Zara aber ich schätze, dass sie über 5 Jahre alt ist. Momentan gibt es solche Blusen viel, du findest bestimmt eine! Sonst nimm einfach ein Männerhemd ☺️
          Kussis!

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