Wechseljahre – Hitzewallungen und wenig Sex im Wechsel?

Lasst uns doch mal mit dem schönen Thema Wechseljahre in das neue Jahr starten. Na, was haben wir denn da? Menopause, die hormonelle Umstellung, Beschwerden, etwas Panikmache, Angst und viel Ablehnung. Die jüngeren Leser können den Blog eigentlich wechseln, denn es könnte sein, dass sie sich mit diesem Thema nicht identifizieren können. Ich selber hatte noch vor ein paar Jahren ein ganz anderes Verhältnis zur lieben Menopause als jetzt. Selbst noch letztes Jahr.
Aber letztendlich betrifft dieses Thema alle Frauen. Also lest doch alle weiter.

Wechseljahre - Nowshine - Menopause - Weiblich - Feminin

Seid ehrlich, die Wechseljahre sind ein negativ behaftetes Thema in unserer Gesellschaft. Sie sind mit Scham behaftet, man schweigt lieber, als darüber offen zu reden. Wenn du sagst, dass du in den Wechseljahren bist, antworten viele (meist Frauen, Männer können eher nichts mit dem Thema anfangen) mit „Das tut mir leid…“. Dabei sind die Wechseljahre eine Zeit der Veränderung, eine Zeit für Entspannung und Weisheit. Lass mich erklären.

Vorzeitige Wechseljahre mit Ende 30

Ja, ich war früh dran. Mann, dieser Zustand zieht sich durch mein Leben. Meine Freundinnen konnten oft aus meinen Fehler lernen oder von meinen Erfahrungen profitieren. Also auch ihr. Hier die Einleitung meines Weges in die Menopause:

Nach Lian´s Geburt wollte ich eine BOMBENSICHERE Verhütungsmethode (da haben wir es schon, ich habe es mir manifestiert! ha ha/ das ist irgendwie doch nicht so lustig) und entschied mich für die Hormonspirale Mirena. Ich wollte einfach erst mal keine Kinder mehr. Bereits nach ein, zwei Jahren nach dem Legen der Spirale, bemerkte ich, dass ich irgendwie „anders“ wurde. Nicht krank. Nur irgendwie anders. Ich dachte anders, bewusster und klarer. Ich erkannte zum Beispiel Bullshit sofort.

Meine Symptome der vorzeitigen Wechseljahre

Dann kam nach und nach ein gewisses Unwohlsein dazu, mal bekam ich keine Luft, mal hatte ich nachts Schüttelfrost. Ich wurde dünner und damit auch meine Haut, meine Brüste wurden kleiner. Mal litt ich unter Schwindel oder Benommenheit oder ich hatte das Gefühl von Watte im Kopf. Ich wurde vergesslicher und ich hatte Panikattacken, bevorzugt wenn ich alleine Auto fuhr. Natürlich auf der Autobahn. Viel schlimmer war jedoch, dass ich keine Lust mehr auf Sex hatte (ein Scherz!/ eigentlich führen die Panikattacken meine Liste der Beschwerden an).

Ich ging zu allen möglichen Ärzten und niemand fand was. Ich war gesund und fühlte mich trotzdem komisch. Irgendwann zwang ich meine Frauenärztin, einen Hormonspiegel zu machen. Sie wollte nicht, für schwindende Hormone, war ich ihr noch viel zu jung. Das nur für eine von uns überraschende Ergebnis: ein sehr niedriger Östrogenspiegel, FSH hoch. Sie reif mich an uns sagte: Es tut mir so leid (da hörte ich es zum ersten Mal von einer Frau), sie sind in den Wechseljahren. Da ich unter der Mirena keine Blutungen hatte, konnte ich es nur an den anderen Symptomen festmachen.

Definiere Wechseljahre

Als ich in die Pubertät kam, war ich 12. Und fand es toll, eine der Ersten zu sein. Wieso nicht jetzt? Wieso war ich so geschockt? Die Pubertät ist bestimmt auch kein Zuckerschlecken, trotzdem: man ist endlich eine richtige Frau. Wenn die Periode dann ausbleibt, ist man… keine Frau mehr?

Ich beschäftigte mich ein bisschen mit dem Thema und fand Folgendes heraus:

Die Frau in den Wechseljahren

Sie ist nicht sexy und attraktiv, sie ist alt. Die Frau mit den Beschwerden ist schlecht gelaunt und hat Hitzewallungen. Sie hat graues Haar und einen unauffälligen Kurzhaarschnitt. Sie trägt bequeme Baumwolle, meist Hosen oder Röcke bis zum Knie und flache Schuhe. Die Frau ohne Hitzewallungen hat Freunde, mit denen sie auf Radtouren oder Wanderungen im Harz geht. Dabei wird sie fotografiert und ihr Bild kommt auf Vitaminpräparate oder in die Apotheken-Umschau. Ich wollte nur noch heulen. Das war ich nicht. Aber wer war ich dann?

Wechseljahre und die Beschwerden

Google google. Wenn man das Wort „Wechseljahre“ oder „Menopause“ googelt, kommt man sehr schnell auf Seiten, die mit den Beschwerden zu tun haben, Hitzewallungen sind da noch das kleinste Übel. Die grauhaarige Frau ist mies drauf, sie nimmt 10 Kilo zu, hat keine Lust auf Sex und ständig eine Blasenentzündung. Außerdem vergisst sie alles, die Haare fallen aus, die Haut wird immer faltiger und sie schläft kaum noch. Das Gute daran ist: Es scheint ihr egal zu sein, also ihr Aussehen und der Sex und so, die Blasenentzündung vielleicht nicht, aber sonst ist sie Buddha. Zen.

Was lindert die Beschwerden in den Wechseljahren?

Du wirst zum Nährstoff-Guru und nimmst Magnesium, B Vitamine, Vitamin C, Zink, Vitamin D, K2… – habe ich was vergessen – täglich ein. Ansonsten das Übliche: viel Gemüse, viel Wasser, kein Alkohol, kein Koffein, kein Zucker und kein Weizen. Also alles was Spaß macht, muss jetzt wirklich weg, sonst Panik oder Hitze und kein Sex . Und was ist, wenn du schon immer mehr oder weniger so gelebt hast und trotzdem mittendrin steckst? Dann mach eben Sport. Wie jetzt, Sport? Ich mache fast täglich Sport, seit ich ungefähr 14 war. Sport ist gut, ich liebe Sport. Aber Leute, was mache ich gegen meine Beschwerden in den Wechseljahren?

Du? Mit deinen vorzeitigen Wechseljahren machst eine Hormonersatztherapie. Ok, wenn es gegen Panikattacken, Watte im Kopf, nächtliche Schweißausbrüche und so weiter hilft (und pro Sex ist, jaaaaa), dann nur her damit! Moment: Das geht leider nur mit Angst, denn von einer Hormonersatztherapie bekommt man nämlich Krebs (ok meine Damen, ich übertreibe, so krass sagt das keiner, aber so kam es bei mir an). Ich nehme sie trotzdem, denn sonst Osteoporose. Was möchtest du Liebes, Cholera oder Pest?

Klimakterium – Das schlimme Game Over Wort

Nach fast einem Jahr Unsicherheit, Angst, sogar Sorgen, dafür mit mehr Sex (sorry, haha) machte es langsam Klick in meinem Kopf. Aber wirklich langsam, du veränderst deine Einstellung nicht über Nacht. Aber ich beschloss nach und nach, mich nicht mehr von den Nachteilen irritieren zu lassen, denn bei all dem Blödsinn, ist es nicht mehr lang bis zum Altenheim.

Ich beschloss, nicht die Frau zu sein, die über die Beschwerden lamentiert und die womöglich in Selbstmitleid versinkt. Ich stellte eins mit Sicherheit fest: Wenn die Wechseljahre wirklich ein Problem unserer Gesellschaft sind, dann ok. Aber ich wollte sie nicht länger zu meinem Problem machen.

Es fing damit an, dass mir mein Aussehen wichtiger wurde, denn je. Aber Doro, wir dachten, dass die Frauen in den Wechseljahren doch Buddha sind und über ihrem Aussehen stehen! Klar, das wäre befreiend, aber diese Frau werde ich nie sein, dafür genieße ich zu sehr all die weiblichen Rituale. Aber muss man als Frau wirklich jugendlich und sexy sein, steht und fällt damit alles? Ich möchte ich sein. Ich möchte meinen Stil haben und leben. Wissen was mir steht und was nicht. Niemanden kopieren, keine Mode-Regeln befolgen. Ich möchte niemandem gefallen, außer nur mir. Dafür wurde es höchste Zeit.

Aber was ist mit den Hitzewallungen in der Menopause?

Mal angenommen du sitzt im Büro und du hast gerade eine Hitzewallung. Plötzlich kommt dein Chef rein. Sagst du ihm, dass es dir gerade von oben bis unten heiß ist, weil du in den Wechseljahren bist? Heißt, mutest du dich ihm zu? Die meisten Frauen würden es wohl eher nicht tun. In der Öffentlichkeit sind die Wechseljahre kaum präsent, man weiß nur, dass Frauen in den Wechseljahren so was wie ein Neutrum sind, wenig attraktiv, ein bisschen unsichtbar oder irgendwie psycho. Manchmal denkt man auch, dass Frauen in der Menopause kurz vor dem Verfall stehen.

Die meisten verschweigen ihre Wechseljahre lieber und das, was diese mit sich bringen. Erst verstecken und durchleiden wir unsere Perioden, wollen begehrenswert sein, machen uns schön und jetzt sitzt du da mit deiner Hitzewallung und glühst deinen Chef an. Was fühlst du? Ist es dir leicht unangenehm, so als hättest du in einem Meeting mit männlichen Kollegen Emotionen gezeigt?

Ansprechpartner in den Wechseljahren

Der beste Ansprechpartner sind Frauen, die Verstehen, dass die Menopause eine gute und willkommene Zeit ist. Also ich. Denn oftmals ist es nicht der männliche Frauenarzt und oft auch nicht die Frauenärztin. Ich habe das Gefühl, dass die Frauen bei den Gynäkologen nur bis zu den Schwangerschaften beachtet werden. Mit den Wechseljahren werden wir in vielen Fällen allein gelassen. Oder hast du das Gefühl, dass deine Frauenärztin dich versteht? Würde sie deine Menopause begrüßen oder dir – wie mir damals – ihr Beileid aussprechen?

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass die Wechseljahre etwas Positives und Schönes sind und nichts mit Windeln bei Inkontinenz oder Gesundheitsschuhen zu tun haben. Ich habe mich noch nie persönlich so bewusst weiterentwickelt in so kurzer Zeit und ich war auch noch nie so klar und ruhig. Auch nicht nach einer Woche Yoga in Portugal. Auch nicht nach Full Moon Yoga und auch nicht nach Post-Meditation-Ingwer-Shots in Kalifornien. Ich habe das Gefühl, mich mehr gefunden zu haben. Mich, die Frau, nicht die Ehefrau oder Mutter oder Freundin.

Zeit der Veränderung

Ich fühle, wie etwas in mir sich weiter unentwegt bewegt und verändert. Sind das die Hormone? Da ist zum Beispiel das Bedürfnis, meine Haare schneiden zu lassen, weil ich diese langhaarige Barbie Doro nicht mehr bin. Und auch nie war, ich wusste es nur nicht besser. Also wundert euch nicht, wenn das mal passiert. haha, das ist die einzige Vorwarnung. Ich bin selbstbewusster geworden und egoistischer. Auf eine gute Art und Weise. Denn ich bin auch liebevoller geworden, mein Kern ist weicher. So wie mein Bauch. Ist das nicht total schön?

Es gibt da ein Bild von mir im Bikini und ich denke nur wow, ich sehe weiblich und wild aus. Früher hätte ich den Bauch nicht gemocht, aber so mag ich mich. Ich bin eine wilde, alte Schachtel. Bin ich weiser als früher? Ja, sonst hätte ich diesen Post nicht umgeschrieben, im Jahr 2015 gab es ihn schon mal, aber das, was drin stand, passte nicht mehr zu mir.

Weiblich & Wild

Bin ich mutiger? Nein. Fühle ich mich alt? Noch nicht, aber vielleicht kommt es noch, vielleicht nicht. Viel wichtiger ist, es macht mir nicht mehr so viel aus, in der Stille meine Worte an euch zu tippen, die persönlichen Worte, die ich früher nicht so gut aufschreiben konnte. Ich weiß, dass Menschen kommen und gehen, lass sie kommen oder lass sie in Liebe ziehen. Es ist mir klar, dass ich meine Gefühle selbst mache, niemand anderes kann Gefühle in mich „rein“ machen.

Ich muss nicht jugendlich oder sexy sein, nur weiblich. Ich muss mich annehmen und wohlfühlen in meiner Haut. Frauen sind von Natur aus weiblich und sehen nicht aus wie Barbie, ein flacher Bauch hat mit Weiblichkeit nichts zu tun und ist kein Ziel mehr für mich. Ich muss fast lachen, weil das mal so war. Aber auch das ist mir nicht mehr wirklich wichtig. Aber weil das mal ein Thema war, bekommt es hier Aufmerksamkeit, es war lange ein Teil von mir.

Ich möchte meine Wechseljahre nicht seufzend akzeptieren. Bei den Wechseljahren ist absolut kein Platz für Angst oder Selbstmitleid oder graues Mittelmaß.

Eine Frau und Göttin

Und mit Göttin ist die weibliche Energie gemeint. Wir werden immer noch gelehrt, unsere Weiblichkeit, unsere Schönheit und unsere Macht zu unterdrücken, aus Angst vor einer Sache – zu viel zu sein. Gerade in den Wechseljahren kann es sein, dass wir heiße Energie aussenden, wenn wir nicht wir sein dürfen. Kommt, schwitzen wir ihn raus den Bullshit, den wir über die Jahre geglaubt haben aus, das muss so sein. Erst dann können wir endlich faszinierend und überwältigend sein. Das ist unsere wahre Natur. Zu viel zu sein. Kommt mit, hört auf durch Instagram zu scrollen, Blogs oder Selbsthilfebücher zu lesen und seid Frauen, die Spaß am Leben haben.

Shine now and remember, Venus was a sister,

Doro

16 Kommentare

  1. Catherine
    9. Januar 2020 / 7:37 am

    Mensch, was für ein geiler Artikel!!! Den Teile ich gerne mit meinem Frauenstammtisch. Wir treffen uns seit mittlerweile 10 Jahren einmal im Monat (für alle ein festes und wichtiges Ritual) und wir haben oft das Gefühl, dass dort in diesem geschützten Kreis, eine unglaublich weibliche Kraft lebt. Dort werden die wichtigen Themen besprochen und manchmal Wege und Lösungen gefunden, dort ist weibliche Power so spürbar. Und es sind alles Frauen, die mitten im Leben stehen wie du. Da wird viel gelacht und geweint, und auch Wechseljahre sind schon Thema gewesen. Gerade kürzlich mussten wir so sehr darüber lachen, wo und warum jetzt Haare an komischen Stellen wachsen. Lustig wie unterschiedlich doch die Mädels damit umgehen. Manche sagen „Oh, weglasern lassen“ andere sagen:“ einfach lassen“.
    Aber ja diese Themen haben Mädels, die entweder gerade in diese wunderbare Zeit kommen oder schon drin sind.
    Danke dir fürs Erinnern, dass das doch wirklich eine Zeit ist in der man weiser, weiblicher und wunderbarer wird.
    Liebe Grüße Catherine

  2. Andrea
    9. Januar 2020 / 8:56 am

    Sehr schön geschrieben 👍.
    Ich bin jetzt 54 und eigentlich durch mit den Wechseljahren. Für mich war meine erste Hormonspirale mit 46 ein Segen; sie hat ganz viele Beschwerden abgefangen.
    Für jüngere Frauen wahrscheinlich nicht empfehlenswert…. 😣
    Ich habe mir auch keinen praktischen Kurzhaarschnitt machen lassen und lege -nach wie vor- sehr viel Wert auf mein Aussehen und meine Kleidung.
    Yoga 🧘🏼‍♀️ gibt mir Haltung, Form und Balance.
    Auch 2020 werde ich viel unterwegs sein. 😃
    Nächste Woche gehe ich erstmal mit meinen Töchtern zur Mädchensitzung im Kölner Gürzenich; wollte ich schon immer mal hin 🎉
    CARPE DIEM!
    Liebe Grüße Andrea
    Andrea

  3. Doro
    9. Januar 2020 / 10:23 am

    Liebe schöne und weise Doro,

    ich bin 55 und mit den Wechseljahren immer noch nicht durch….komme ich nach meiner Mutter habe ich da auch noch mit über 60 noch was mit zu tun (ich hoffe natürlich nicht!!!)
    Ich hatte immer sehr sehr seeeeehr starke Blutungen und die werden langsam weniger, mal 3 Monate gar nicht, aber mehr auch nicht. Vielleicht ist es auch gut so, weil ich mit Hitzewallungen noch nichts zu tun hatte; meine bisherigen Beschwerden sind Schlafstörungen und Gewichtszunahme (oder lag es doch an der Schokolade…man weiß es nicht:-). Ich wäre aber froh, wenn ich durch wäre und mit diesen monatlichen Terminen nichts mehr am Hut hätte.
    Zu diesem Thema hatte ich auch ein Gespräch mit meinem Mann und was ich da ganz interessant fand, war die Tatsache, dass er merkt auch so eine Art Wechseljahre zu haben: launisch, nicht mehr so leistungsfähig und auch Schlafstörungen sowie Gemütsschwankungen. Ich fand es toll, dass er dazu stand und somit weiß, was noch alles auf ihn zukommen kann…
    Es ist schade, dass dies immer noch ein Tabu in der Öffentlichkeit ist, ist es doch ein natürlicher Prozeß im Leben einer Frau. Um so toller, dass Du es aufgegriffen hast.

    Ich hoffe, Du bist wieder fit und ich drücke ich Dich
    Doro

  4. Susi
    9. Januar 2020 / 11:05 am

    Liebe Doro, mal wieder 100% ins Schwarze getroffen. Ich kann jeden einzelnen Kommentar nachempfinden;-) (nur dass ich mich bis jetzt noch gegen die Hormonersatztherapie wehre). Am wichtigsten ist wohl für alle die Erkenntnis, es hilft uns keiner durch, sondern nur wir selber. Und je liebevoller (und nachsichtiger) wir mit uns selbst umgehen, desto besser werden wir das schaffen…. in Deinem Beitrag sprichst Du sicher vielen aus der Seele und ich freue mich in jedem Fall über weitere Tipps und Posts.

    Liebe Grüße
    Susi

  5. Andrea
    9. Januar 2020 / 12:58 pm

    Liebe Doro, den Blogpost zu den Wechseljahren habe ich grinsend gelesen und ich kann so vieles nachvollziehen. Ich bin 57 und die Wechseljahre fingen bei mir mit 50 an. Ich habe die Zeit nie dramatisch empfunden, Hitzewallungen hielten sich in Grenzen und zugenommen habe ich auch nicht. Immer ins Fitness Studio gegangen, ich denke, das hat es einfacher gemacht. Körperlich also alles auszuhalten, psychisch ist eine andere Sache. Zum einen fühle ich mich nicht wie 57 und zum anderen weiß ich nicht mehr, wer ich bin. Ich lege Wert auf mein Aussehen, kleide mich gerne modisch und mir ist egal, ob das anderen gefällt. Ich gehöre aber nicht zur Fraktion „ewig 18“, kreische nicht, wenn ich eine angesagte Handtasche/Freundin/ Schauspieler sehe und glaube auch nicht, dass ich Anspruch auf den Prinz auf dem weißen Schimmel habe (seit 26 Jahren verheiratet mit Höhen und Tiefen, also normal) Ich bin aber auch nicht die grauhaarige Kurzhaarschnitt- Frau, die immer mehr vermännlicht (kennst Du die auch, die ihren Männern dann immer ähnlicher sehen) . Aber in diese Schubladen wird man nach den Wechseljahren gesteckt, und wenn Du in keine Schublade passt, sind die Leute verunsichert und Du gehörst nirgends dazu. Mir macht es immer weniger aus, dieses Nicht-dazugehören (vlt rede ich mir das auch ein). Aber ich finde es sehr beruhigend, dass es so Frauen wie Dich gibt: unangepasst, menschlich, wild ….. Und ich bin froh, dass mein Sohn und mein Mann mich auch meistens ganz ok finden 😀
    Liebe Grüße
    Andrea

  6. Evi Neubauer
    9. Januar 2020 / 7:33 pm

    Liebe Doro, toll geschrieben. Ich war mit 40 also fast genau seit 25 Jahren schon „jenseits von gut und böse“. Ohne Hormone, mit Sport und Johanniskrauttabletten fand ich die Zeit nicht schlimm. Danach begann für mich die bessere Zeit, keine Migräne, keine Bauchschmerzen, keine Stimmungsschwankungen mehr,ich fühle mich wirklich nicht alt aber viel „weiser“ oder besser ausgedrückt, gelassener. Geh weiter so Deinen Weg😊ach ja, das mit dem Bauch sehe ich auch so😉 Deine Evi von sisterMAG

  7. Sarah
    9. Januar 2020 / 10:03 pm

    Ach Doro! Danke für diese ehrlichen und wunderschönen Worte! Es liest sich so klar, so leicht, so einfach …so ehrlich.

  8. Ela
    10. Januar 2020 / 9:13 am

    Liebe Doro, ein wunderbarer Beitrag!!!! Und es liegt ja (fast) nur an uns, das Klischee zu ändern, und mit dem Vorurteil der Frauen mit flottem Kurzhaarschnitt und Outdoor-Jacke (gerne Unisex, damit der Partner die gleiche hat), die im Harz Urlaub macht (HERRLICH !!!!) aufzuräumen!
    Also Mädels, zeigt, was für ein Potenzial auch jenseits der 40 in uns liegt und SHINE ON !!!!!
    GLG, Ela

  9. 10. Januar 2020 / 5:31 pm

    Hey Doro,
    Volltreffer! Ich habe mit Begeisterung Deinen tollen Artikel gelesen und möchte hier gern auch meinen Senf dazugeben. Was ich in den letzten Jahren immer wieder bemerke: wir Frauen stehen uns da ganz oft selbst im Weg. Reden uns dieses Graumausdasein der Wechseljahre selbst ein und stellen uns in die Tarnkappenecke. Finden uns weniger attraktiv und mauzen herum. Werden fülliger und mauzen rum. Will das die Umwelt? Nein! Die Umwelt will positive Menschen, energiegeladen und so … ob mit oder ohne Hitzewallung. Sicher hat jeder andere Sorgen mit den Wechseljahren, mal mehr mal weniger. Dein Artikel macht Mut, uns in jedem Alter so anzunehmen wie wir sind. Still oder laut. Wild oder zahm. Egal!
    Ich hatte von meinem 14. Lebensjahr an immer Probleme mit meiner Regelblutung: zu stark, zu schmerzhaft. Einmal im Monat ein Körbchen mehr und auch das schmerzhaft. Reden wir mal nicht von PMS. Ist das nicht genauso blöd wie das, was und allen für die Wechseljahre prophezeit wird?
    Meine Regelblutungen sind vergangenes Jahr noch stärker geworden und seit 2 Monaten voll unregelmäßig. Manchmal hört sie gar nicht auf und wird nur deutlich schwächer (Eisenmangel olé!). Aber dafür habe ich vor 2 Monaten das erste Mal in 30(!) Jahren eine schmerzfreie Periode erlebt und hätte heulen können vor Freude darüber. Nachtschweißanfälle etc. sind mir wurscht. Ich freue mich total darauf, dass all mein Blut eines Tages in mir bleibt und mich mit Energie versorgt und auf diese neue Episode in meinem Leben sowieso!!
    Amen! 🙂

    Alles Liebe,
    Anja

  10. Anna
    10. Januar 2020 / 9:19 pm

    Danke für den tollen und inspirierenden Post! Viele Symptome, die du beschreibst, treffen auch auf mich zu. ich werde jetzt mehr in mich hineinhorchen, mal mich vom Arzt untersuchen lassen und deine Tipps, die du mir per Nachricht geschickt hast, befolgen. Vielen Dank dafür! Liebe Grüße Anna

  11. Nicole Frank
    12. Januar 2020 / 5:28 pm

    Liebe Doro,

    der Post ist klasse! Ich freu mich auf die Wechseljahre. Das bestimmt schon seit drei Jahren, denn meine Periode ist seitdem viel heftiger geworden und ich will sie nicht mehr.
    Leichte Hitzewellen hab ich nachts schon mal und ich habe beschlossen, dass ich sonst keine Wechseljahrsbeschwerden kriege.
    Schon mehrfach habe ich gelesen, dass ein Drittel aller Frauen gar keine Probleme hat, ein Drittel leichte und nur ein Drittel massiv beeinträchtigt ist.
    Das klingt doch gar nicht schlecht.

    Ich möchte hier aber auch mal eine Lanze brechen für die grauhaarigen Frauen mit Kurzhaarschnitt, ich bin nämlich genau so eine.
    Und es war die beste Entscheidung, die ich in den letzten Jahren getroffen habe.
    Seitdem bin ich viel selbstbewusster, viel mutiger und vor allen Dingen viel freier.
    Ich fühle mich auch viel weiblicher als früher, wahrscheinlich, weil ich jetzt endlich ich bin.
    In meinem Schrank hängt kein beige und ich schminke mich jeden Tag, weil das sehr gern mache, roten Lippenstift finde ich klasse.
    Im Harz war ich noch nie (obwohl es da bestimmt schön ist), ich werde niemals meinem Mann ähnlich sehen und Partnerlook finde ich zum Davonlaufen.
    Worauf ich aber stehe, sind Männerklamotten.
    Wenn ich in einem Herrensakko unterwegs bin, dazu eine tolle Hose, schöne Schuhe, große Ohrringe und roter Lippenstift, dann fühle ich mich so weiblich wie eine andere Frau mit langer, vielleicht gefärbter Mähne und einem tollen Kleid.

    Vielleicht sollten wir einfach alle so sein dürfen, wie wir wollen. Durch die Wechseljahre müssen wir ja auch alle, egal wie lang oder kurz, grau oder bunt die Haare sind. Halten wir doch einfach alle zusammen, dann wird es so schlimm schon nicht werden.

    Ganz liebe Grüße von Nicole (queeninsilver)

  12. Claudia
    13. Januar 2020 / 2:10 pm

    Liebe Doro!

    Ich bin so froh, dass du das Thema “ vorzeitige Wechseljahre “ aufgreifst….
    In denen befinde ich mich nämlich auch…
    Und die Entscheidung zu treffen, ob man Hormone nimmt, fand ich für wahnsinnig schwierig….denn wie gesagt, entweder bekommt man Krebs …oder eine schlimme Osteoporose mit 60 Jahren…
    Ich habe mich jetzt auch bewusst für die Hormone entschieden.
    Ich muss zugeben, es gibt noch Tage, da bin ich noch nicht so entspannt mit dem Thema…nichts desto trotz, bin ich bereits auf einem guten Weg…und ich merke vor allen Dingen, dass es mir wieder besser geht….
    Ich würde mich auch sehr darüber freuen, wenn du immer mal wieder das Thema aufgreifen würdest…
    Liebe Grüße Claudia

  13. Cristata
    17. Januar 2020 / 8:58 pm

    Danke für den schönen Post! Ich bin 53 und mit den Wechseljahren so gut wie durch und ganz ehrlich, ich freue mich, dass ich endlich (seit zwei Jahren) die doch manchmal sehr lästige Periode hinter mir hab. Nehme aber immer noch ein Hormongel, wenn auch geringe Dosierung, weil ich extreme Schlafstörungen hatte. Hitzewallungen kenne ich dagegen gar nicht, bin eher immer am frieren. 🙂 Und nein ,ich hab keine grauen Haare, sondern hellblonde, die schulterlang sind, trage immer noch enge Jeans und oft hochhackige Schuhe, liebe Mode und Sex (ehrlich, mit 20 war der Sex viel schlechter) und schere mich auch gar nicht darum, was eine Frau Ü50 angeblich noch tragen darf oder nicht. Okay, ich werde meist jünger geschätzt, ist mir aber eigentlich egal, ich mache einfach das, was mir gut tut und mir gefällt. Bin da in den letzen Jahren viel egoistischer oder vielleicht auch einfach selbstbewußter geworden. Ich glaube, wir Frauen machen uns immer viel zu viele Gedanken, wir sollten viel mehr das Leben genießen, es kann auch mit Ü50 wunderschön sein!

  14. Claudia
    6. Juni 2020 / 9:56 am

    Liebe Doro!

    Danke für den tollen und so wichtigen Post!!!

    Ich hab schon recht langen Kommentar verfaßt, dann irgendwie die Maus verschobben und alles war weg…ich Schussel…Wechselljahre??? ;-))

    Ich möchte auch ehrlich sein und sagen, dass ich mich noch nicht so „outen“ kann. Meine unregelmäßige Periode muss ich nicht thematisieren aber die Hitzeattacken, kann ich nicht mehr lange als “ Puh, das Wetter ist heut echt doof“ verstecken.

    In meinem Fall war es wirklich auch so, dass mein Gynäkologe überhaupt nicht auf das Thema einging. Im Gegenteil, behauptete er immer, dass ein Anzeichen dafür die Abstände der Zyklen immer kleiner werden. Bei mir waren sie aber immer größer/unregelmäßiger. Das hat mich noch mehr verunsichert.
    Also fing ich an, selbt viel darüber zu erfahren/lesen. Leider wird der Wechsel oft als ne traurige, schwierige, nicht gerade mutmachende Phase beschrieben. Manchmal nicht mal als Phase, man hat den Eindruck: “ so, das war’s jetzt.
    Deshalb feiere ich deinen Post so!!!

    Letztendlich sind wir es, die der Welt da draußen zeigen müssen, dass Frauen in den Wechseljahren toll sind!!
    Vor paar Monaten habe ich mir die Haare auf Schulterlänge schneiden lassen, weil ich wirklich dachte, für lange bin ich zu alt… So, nun sind sie wieder länger und ich will sie lang! 🙂 und hab noch viel vor!!!

    Liebe Grüße,
    Claudia

  15. 2. September 2020 / 12:55 pm

    Liebe Doro,

    ja, die Wechseljahre sind genau so ein Tabu Themal in der Gesellschaft wie der Darm.

    Ich bin jetzt 53 und schon seit einigen Jahren in den Wechseljahren. Meine Frauenärztin und das verstehe ich echt nicht. Nö, nur die Symtome, aber mal ein Hormonspiegelscheck. Neee, ist nicht nötig, Sie haben ja die Symtome. grrr…. gern würde ich die Gynokologin wechseln. Weil ich wegen dies und das kein Vertrauen irgendwie habe. Aber überall wo ich anrufe “ Wir nehmen zur Zeit keine Patienten auf, versuchen Sie es später. Warteliste ? Nein, sowas haben wir nicht “ Halloooooo…. Wo bin ich nur gelandet.

    Ich habe es nicht mehr ausgehalten und nehme inzwischen Hormone. Auch jetzt wird einfach nichts kontrolliert und einfach weiterverschrieben. Aufgeben ist keine Option, ich werde schon eine neue Ärztin finden, zu der ich Hoffentlich mehr vertrauen habe.

    Liebe Grüße
    Elke

    • Dorota
      Autor
      2. September 2020 / 1:07 pm

      Vergiss die Ärzte. Die FA darf bei mir höchstens ein Rezept ausstellen oder eine Vorsorge machen, sonst sieht sie mich nicht. Ich habe eine Homöopathin, die mich nach fast 6 Jahren mit Hormonen und Beschwerden endlich durchgecheckt hat (Speicheltest, da sieht man alles besser, im Blut nicht) und siehe da, ich habe eine Östrogendominanz, es ist viel zu hoch und das Verhältnis der Hormone ist absolut schlecht und falsch. Such dir eine auf Hormone spezialisierte Heilpraktikerin und lass dich durchchecken. Es ist auch gar nicht teuer!
      Hormone sind nicht schlecht, es kommt darauf an, welche man nimmt und wie man sie nimmt. Und sie müssen im Gleichgewicht sein.
      Liebste Grüße!
      Doro

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