Was du von Chiara Ferragni lernen kannst – Selbstliebe vs. Minderwertigkeit

Habt ihr auch schon die „Unposted“ Doku auf Amazon Prime geschaut? Sie handelt von der erfolgreichsten Influencerin der Welt, Chiara Ferragni. Chiara hat circa zur gleichen Zeit angefangen zu bloggen wie ich, ich kann mich noch gut an ihren Blog „The Blonde Salad“ erinnern. Ich las ihn, weil ich ihre Bilder und Outfits schön fand. Sie hatte damals schon ein ganzes Team von Menschen um sich und alles drehte sich um sie und ihren Blog. Sie reiste viel, postete wunderschöne Bilder von sich selber und lächelte immer in die Kamera. Dabei war sie auch noch authentisch, man fühlte, dass sie so war, wie sie sich ihren Followern zeigte.

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Ich kann mich erinnern, wie ich ungefähr zu dieser Zeit mit einer befreundeten Bloggerin über negative Kommentare sprach. Sie hatte einen Post geschrieben, in dem sie – selber Polin – die polnische Arbeitsmoral ein wenig auf die Schippe nahm (und 100 % Recht hatte mit dem, was sie schrieb). Der Post war klug und lustig. Eine andere Bloggerin – auch eine Polin in Deutschland – veröffentlichte daraufhin einen Hater-Post und rief öffentlich zum Mobbing gegen sie auf. Meine befreundete Bloggerin juckte das nicht besonders, aber wir redeten über die Situation und den Umgang mit Hater-Kommentaren. Ich riet ihr, es wie Chiara Ferragni zu machen und die Kommentare einfach nicht zu veröffentlichen. Denn ich hatte noch nie bei The Blonde Salad ein negatives Wort gelesen. Sie scherte sich nicht groß um negative Kritik von Fremden und machte einfach weiter.

Chiara Ferragni – The Blonde Salad Never Stops

Wie das Ausmaß der Hater-Kommentare bei Chiara war (und ist) wurde mir erst bewusst, als ich die Doku schaute. Die Hater gab es von Anfang an und es gibt sie immer noch. Ich bewundere sie sehr für ihre Arbeit und das Leben, das sie führt (es dreht sich alles von morgens bis abends um das Produkt Chiara Ferragni, es gibt nichts anderes, das muss man erst mal können), aber am allermeisten bewundere ich sie für ihr Durchhaltevermögen. Diese Stärke zu haben, nicht darauf zu hören, was andere sagen. Sich nicht infrage zu stellen, sondern erst recht weiterzumachen, ich verneige mich ein bisschen vor ihr. Und wundere mich gar nicht, dass sie so weit gekommen ist. Sie hält sich und ihre Arbeit für etwas Besonderes und sie glaubt an sich. Und sie liebt sich selbst.

It´s time to love yourself

Letzte Woche hatte mich Biotherm, mein langjähriger Kooperations-Partner, für ein Shooting gebucht. Ich habe schon einige solcher Shootings gemacht, aber trotzdem bin ich jedes Mal nervös. Die blöde Frage „Werde ich gut genug sein?“ schwebt irgendwann doch über mir. Meine Co-Autorin Nicole sagte, dass solche Jobs doch gut wären, sie würden dafür sorgen, dass man nicht abhebt. Man muss etwas machen, was nicht alltäglich ist und was man vielleicht noch nicht so gut kann. Man fordert sich selber heraus.

Sie hat recht, bei jedem Shooting stelle ich mich einer Angst. Bei mir ist es die Angst, nicht gut genug zu sein. Wenn ich in meine Gedanken eintauche und sie mir genau ansehe, dann sehe ich das fiese minderwertige Gefühl, dass die Frage „Bin ich überhaupt gut genug?“ auslöst. Ich kann diese Gedanken stoppen, mich selber abholen und mir gut zureden. Ich habe den Plan, bald so gut darin zu sein zu checken, was ich denke, dass dieser Gedanke kein mieses Gefühl mehr in mir auslöst. Ich will ihn direkt bemerken, enttarnen und will, dass er einfach geht. Dem Gedanken wird es hoffentlich langweilig mit mir, weil ich nicht mehr reagiere. Das ist der Plan. Denn ich bin gut genug, weil ich mein Bestes gebe. Und das ist immer genug.

Das, was Nicole sagte, dass man durch solche Jobs nicht abhebt, triggerte mich ein wenig. Denn ich will abheben dürfen! Ich will endlich frei fliegen.

Yes Girl Yes

Aber was wäre, wenn ich nicht diese minderwertigen Gedanken hätte, wenn ich immer voller Selbstliebe wäre? Wenn ich diesen Post nicht schreiben würde, sondern einen darüber, wie gut und schön ich mich finde? Oh oh. Das wäre doch irgendwie … na sagen wir mal „grenzwertig“. Oder nicht?

Ich habe sowas schon mal geschrieben. Wenn ich etwas gut konnte, schrieb ich darüber auf dem Blog. Die Antwort einiger Leser darauf war fies. Von Selbstbeweihräucherung war die Rede, von „für wen hältst du dich!“. Also merke: Man darf zwar kluge Sprüche posten wie „Self Love Baby, Self Love“, aber so richtig wirklich praktizieren darf man Selbstliebe nicht. Da scheint es Regeln zu geben.

Man darf schreiben, dass man andere toll und schön findet. Man darf schreiben, dass wir uns alle mehr loben sollten. Wenn man es aber selber tatsächlich öffentlich tut, beweihräuchert man sich selber. Eingebildete Kuh, für wen hältst du dich?

Als ich fast ein Teenager war, liebte ich den Spruch: „Ich trage keinen Schmuck. Ich bin schön genug und muss mich nicht noch mehr schmücken“. Ich ließ den Spruch ganz unbedacht hier und da fallen, denn ich fand mich wirklich super. Ich rannte gegen eine Welle aus „ist die eingebildet!“, „für wen hält sie sich!“, „so toll bis du auch nicht“ bis ich Mitten in der Pubertät war und leider anfing, diese Aussagen zu glauben und mich infrage zu stellen. Und das ganz ohne den ständigen Vergleich mit den Schönheiten von Social Media.

Self Love Club

Werden wir uns jemals schön finden dürfen? Werden wir jemals sagen dürfen, dass wir gut genug sind? Ohne es abzuschwächen und ohne schlechtes Gewissen? Wir dürfen sagen, dass wir uns meistens ganz gut finden. Poste diesen Satz auf Social Media und alle werden dir zustimmen. Postest du aber den Satz „Ich finde mich jeden Tag einfach wunderschön“, werden sich (und vielleicht auch dich) einige fragen, was mit dir nicht stimmt.

Das nervt. Mich nerven meine Freundinnen, die ihr Können und ihr Aussehen infrage stellen, weil jemand einen dummen Spruch fallen ließ. Es nervt mich, dass ich vor dem Shooting für Biotherm dachte, dass das so eine Celeste Barber Nummer werden könnte. In meinen Augen hat das Thema Minderwertigkeit mittlerweile einen ganz langen Bart, es ist wie ein billiger Pullover aus Acryl, unsexy und nicht mehr zeitgemäß. Frauen, die an sich glauben – wie Chiara – sind Vorbilder, wir sollten danach streben, selber diesen Zustand von Selbstliebe zu erreichen. Anstatt sie zu beurteilen, als eingebildet zu bezeichnen und anschließend zu verurteilen.

Das Leben wäre so viel schöner, wenn wir uns schon morgens beim ersten Blick in den Spiegel wundervoll finden würden. Wenn wir immer wüssten, dass wir wertvoll, liebenswert und charismatisch sind. Ganz ohne Relativierungen und Abstriche. Jetzt sagt doch mal, wäre das nicht so viel schöner als dieses Ewige: Ich bin zu dick/ zu dürr/ zu alt/ zu dies, zu jenes.

Ich halte mich an die Großen wie Chiara Ferragni, so wie ich es meiner Blogger-Freundin geraten habe. Aber jetzt habe ich genug geschrieben, jetzt ist Schluss mit unlustig. Ich sende euch Liebe, Inspiration, Vertrauen, Licht, positive Gefühle. Und leckere Pralinen.

Shine now und kümmere dich nicht darum, was andere über dich sagen und denken. Kümmere dich darum, was du über dich denkst,

Doro

5 Kommentare

  1. Gaby
    12. Dezember 2019 / 7:26 pm

    Toll meine Liebe , meine Einstellung zu diesem Thema : Was andere über mich denken geht mich nichts an , das ist deren Problem und nicht meins 😀
    Shine now ( geklaut von meiner Lieblingsbloggerin , einer absoluten Hammerfrau ❣️)

  2. Ela
    13. Dezember 2019 / 9:44 am

    Liebe Doro,
    soooo wahr!!! Für mich war es ein weiter Weg, sagen zu können: es ist mir egal, was die Menschen in meiner Umgebung (vor allem die weniger wichtigen, die nicht „echten“ Freunde, wie die Nachbarn 5 Häuser weiter) über mich denken. Mittlerweile bin ich damit schon ein gutes Stück weiter und fülle meinen Insta-Account auch tatsächlich mit Bildern von MIR! Ist ja auch mein Account, nicht der meiner Kinder, meiner Katze, meines Tannenbaumes etc.
    Aaaaber… woran ich noch immer arbeite: ich entdecke mich selber manchmal in dieser Rolle wieder, in der der Nachbarin 5 Häuser weiter, die andere beurteilt und zuweilen verurteilt… eigentlich ganz schlimm… Und in manchen Fällen ertappe ich mich dabei, dass ich selber denke: „eingebildete Kuh, was postet die immer so perfekte „gebotoxte“ Bilder von sich?“
    Wenn ich so darüber nachdenke, ist das mal einen guten Vorsatz für die nächste Zeit wert: BE-urteilen mag ok sein, VER-urteilen ist unnötig! Dann könnten wir wirklich mit uns selber zufrieden sein und es dann auch zeigen!
    Wäre das nicht OK, könnte Insta dicht machen. Wir wollen ja schließlich auch Inspirationen finden, neue Ideen. Ich hoffe, Du verstehst, wie ich das meine… mir geht das manchmal so: ich lese einen Beitrag von Dir, mache mir selber Gedanken dazu und dann verselbständigt sich so einiges und manchmal gibt es sogar Kopfsalat!
    Aber Du bist auf alle Fälle eine Inspiration für mich: HAMMER-OBERTEIL!!! 😉
    GLG, Ela

  3. Aga
    13. Dezember 2019 / 9:51 am

    Beautiful, wenn ich nicht längst deiner Meinung wäre, wäre ich es jetzt auf jeden!!!💓
    Wir erwachsene Frauen (ok , Männer auch ) sollten uns was von den Kids ab gucken, denn sie strotzen ( bis man denen sagt, dass es sich nicht gehört !!! WTF !!!) vor Selbstliebe und das wird mit jedem Jahr getötet. Ich hoffe, dass wir uns dieses kindlichen in uns fest halten und es raus schreien, dass wir schön und gut sind und liebenswert und einfach toll . Wenn es doch so ist ??? Wo ist denn dann das verdammte Problem ??? 😂
    Love ❤️

  4. Müller, Renate
    18. Dezember 2019 / 12:24 pm

    Als Jugendliche stand ich wenn ich ausging immer vor dem Spiegel und dachte ..siehst du toll aus.
    Ich weiß garnicht wann das aufgehört hat und warum. Aber ich bin schon länger dabei dies wieder
    zu ändern. Geht liebevoll mit euch um.

    LG Renate

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