Terminplanung eines Teenies und die Atemfrequenz der Mutter

Die Terminplanung eines Heranwachsenden kann schon mal die Atmung der Eltern beeinflussen, je nach Zustand kann es sich dabei um Hyperventilation, Schnappatmung oder ein einfaches ommmm handeln.

Terminplanung eines Teenies, Teenager an The Grove in LA, Photo by Devin Avery on Unsplash, Nowshine Lifestyle Blog über 40

Wir alle wissen, dass die Verabredungsplanung uns herausfordern kann, sei es digital, analog oder im Kopf. Planen jedoch unsere pubertierenden Kinder so etwas, setzt das schon mal Gewalten frei.

Die Ausgangssituation der Terminplanung

Morgens wurde besprochen, wo sich die erwachsene Person, in diesem Fall die Mutter, aufhält: einen Text schreiben, dann einkaufen, dann kommt der Reparaturdienst für den Backofen in einem Zeitfenster von drei Stunden, wo sie ihren Dienst als mütterliche Taxiunternehmerin nicht wahrnehmen kann. So weit, so gut, so geplant.

Die weibliche Erziehungsberechtigte kommt bis zum Punkt zwei ihrer eigenen Terminplanung, als das Telefon klingelt. Der Heranwachsende stellt die Frage nach dem Aufenthaltsort. Das Gegenüber antwortet wahrheitsgemäß mit Supermarkt, als der Heranwachsende darum bittet, von der Schule abgeholt zu werden, weil er zur Abschlussfeier der Freundin muss, die Mutter rollt die Augen, die Atmung ist normal.

Auf die Frage, wann diese stattfindet, kommt die Antwort, die Feier sei um 11 Uhr. Ein kurzer Blick auf das Display verrät, dass es 10.15 Uhr ist. Die Schule der Freundin ca. 15 Fahrminuten entfernt von zu Hause liegt und das Kind sich noch feierlich bekleiden möchte. Was an sich löblich ist, nimmt er die Sache doch ernst. Die Atemfrequenz ist jetzt leicht erhöht.

Das Kind wird an der Schule abgeholt

Da sein weißes Hemd gerade in der Wäsche ist, möchte Junior gerne noch eines vom männlichen Erziehungsberechtigten ausleihen. Im Auto teilt er dann mit, dass er doch nur zur Feier fahren (respektive gefahren werden) möchte, wenn er auch gut aussieht. Das Auge des Betrachters ist ein strenges, das der Mutter (natürlich) nicht. Er stapft also zum Kleiderschrank des männlichen Elternteils und wählt ein Hemd aus. Begleitet von bester Musik beginnt also die Anprobe. Für die Atemfrequenz: es ist 10.45 Uhr. Zur Erinnerung für die geneigte Leserin: Terminplan ist 11 Uhr, einmal fast durch die Stadt. Jetzt erhöht sich auch die Herzfrequenz, die Atmung wird hektisch.

Entscheidung, wie es weitergeht

Nach dem Auftragen von Duft und leichten tänzerischen Lockerungsübungen beschließt der Teenie, dass er gut aussieht und bereit ist zum Gehen. Uhrzeit: 10.55 Uhr. Auf die Frage, ob wir denn in fünf Minuten da wären, setzt die Schnappatmung ein.

Wir springen also ins Auto, suchen in aller Ruhe die Adresse der Schule, Google sei Dank, heraus und los geht’s. Um 11.08 Uhr erreichen wir durch Mutter’s umsichtiger, leicht forscher (der Atmung sei es geschuldet) Fahrweise die Schule und Junior springt gut gelaunt aus dem Auto. Atmung: ommmmmm

Es sei an dieser Stelle gesagt, dass die Ähnlichkeit mit lebenden Personen NICHT zufällig ist.

Wie ist das so bei euren Heranwachsenden?

Shine now und ein fröhliches ommm

Nicole

Photo by Devin Avery on Unsplash

6 Kommentare

  1. Catherine
    4. Juli 2019 / 9:52 pm

    Nicole, Du hast es wirklich super auf den Punkt gebracht. Habe gerade ähnliches erleben „dürfen“.
    Pubertier gerade in der Jugendherberge angekommen(2 tägige Klassenfahrt), meldet sich vom Handy des Klassenkameraden völlig aufgelöst….:“Mama, mein Handy ist weg!oder guck doch mal im Auto!!“ Nett wie Mutter und Vater nun mal normalerweise sind, schauen wir im Auto nach und siehe da, dass Handy liegt unversehrt auf der Rückbank…
    Pubertier kriegt das mit und sagt:“ Mama bring mir das bitte, ist doch bloß ne halbe Stunde Autofa
    hrt!“ Wir mussten so sehr lachen….angemerkt sei, die Handynutzungszeiten waren 1.5 Stunden pro Tag, damit die Kinder sich auch mal ganz oldschool einfach unterhalten).

    • 4. Juli 2019 / 10:15 pm

      Liebe Catherine, das könnte hier genauso passieren. Oder mit anderen Utensilien.
      Dir einen schönen Abend.
      Viele Grüße
      Nicole

  2. Susi
    5. Juli 2019 / 12:49 pm

    Liebe Nicole, toller Bericht, so voll aus dem Leben gegriffen 🙂 Unsere Kinder haben uns schon gut im Griff, wir fragen uns nur manchmal, ob es richtig ist immer gleich zu springen. Verwöhnen wir sie damit nicht zu sehr? Sollten sie nicht lernen Dinge alleine auf die Reihe zu bekommen? Gehen sie dann nicht davon aus, dass Mama und Papa immer alles regeln? – aber am Ende springen wir doch;-) (und sind ganz tief (ganz tief) in unserem Herzen doch froh, dass wir noch gebraucht werden ;-)….in dem Sinne ein schönes Wochenende

    • Nicole
      5. Juli 2019 / 1:46 pm

      Liebe Susi,
      Ich habe beschlossen, dass man sie zu keinem Zeitpunkt zu sehr verwöhnen kann, obwohl manchmal, hmm. Ich regle auch nicht immer alles, sage immer nur, dass ich da bin,wenn es nötig ist. Der Mittelweg ist hoffentlich ok. Ich finde, es ist auch ein gutes Gefühl, wenn sie sich auf uns verlassen können. Gerade in dem Alter.
      Ich wünsche dir auch ein schönes Wochenende.
      Viele Grüße
      Nicole

  3. Monika
    6. Juli 2019 / 5:16 pm

    Super geschrieben, habe sehr gelacht – danke dafür ! Freue mich auf mehr von Dir !

    • 7. Juli 2019 / 9:41 am

      Liebe Monika,
      Vielen Dank für deine Worte, dass der Text dir gefallen hat. Ich freue mich darüber, dabei und mit euch zu sein. Ich wünsche dir einen schönen, hoffentlich sonnigen Sonntag
      Viele Grüße
      Nicole

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