Selbstoptimierung-ein gruseliges Wort, meine Gedanken dazu

Wir zählen Schritte, wir machen Sport, wir meditieren, wir arbeiten, wir messen Aktivität, wir tadeln uns, wollen nichts Süßes mehr, ist das Selbstoptimierung?

Selbstoptimierung-klingt nach Unzufriedenheit

Im besten Fall finden wir uns optimal gelungen, im schlimmsten Fall streben wir nach Selbstoptimierung. Wenn wir uns optimieren möchten, dann hat das zunächst einmal mit Unzufriedenheit zu tun.

Selbstoptimierung ist gruselig, Self Love Baby, Self Love

Jeder von uns weiß, dass es da die eine oder andere Sache gibt, die wir (und meistens nur wir, andere merken das oft nicht mal) an uns schöner oder besser haben möchten. Aber und das ist das große ABER, das bedeutet auch immer, dass wir uns nur auf die vermeintlichen Schwächen konzentrieren. Da fängt dann oft der Selbstoptimierungswahn an. Wir arbeiten wie besessen an schlankeren Beinen, festeren Oberarmen und sind bald der Hamster im Rad, der noch 15 Minuten meditieren und 45 Minuten Radfahren MUSS.

Müssen wir uns überhaupt optimieren oder ’nur‘ nicht stehen bleiben

Sind wir nicht gut so, wie wir sind? Ich bin der Meinung, dass wir Dinge für uns tun sollten, die uns dienen, aber nicht uns optimieren sollen, denn das bedeutet ja, wir wären nicht gut genug. Sind wir aber, es sei denn, wir sind böse, aber das ist hier ja wohl niemand, oder? Ich lebe nach dem Motto: Be every day the best version of yourself. Aber nicht die optimierte, sondern die Beste, die gerade da ist.

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit (Soren Kierkegaard)

Dieses Zitat von Soren Kierkegaard bringt es auf den Punkt: wenn wir anfangen, uns mit anderen zu vergleichen, wird es immer etwas geben, was wir nicht haben, können, wollen, dürfen. Darüber freut sich niemand, also nimm all die schönen Bilder, die du auf Instagram findest oder die ausschließlich rosa-rot Erzählungen allerhöchstens als Anregung und überlege dir, wie es hinter der Kamera aussieht. Wir spiegeln genau diese Unzufriedenheit an unsere Mitmenschen und das macht uns kleiner und unscheinbarer als wir sind. Eine Bekannte, seit langem Single, sagte neulich, wenn ich erstmal abgenommen habe, dann bekomme ich auch einen Mann. What?? Sie hat eine ganz normale Figur, aber meine schönste Argumentation fruchtete nur bedingt. Ich glaube an so etwas nicht, wir müssen uns ja nur umschauen.

Wie halten wir es also mit der Selbstoptimierung?

Ich finde gar nicht- ich mag es, mich weiterzuentwickeln, zu lernen, zu lesen, mich über die kleinen Dinge zu freuen. Das mache ich mit Passion und Freude (Danke, meine liebe Doro!). Leid bin ich es, dass an meiner Figur, meinen niemals langen Haaren oder sonstigen fehlenden Attributen festzumachen.

Wir haben so viel mitbekommen, dürfen so viel erleben- nutzen wir das, um uns zu freuen. Das ist dann OPTIMAL!!

Was hältst du von dem gruseligen Wort?

Shine now,

Nicole

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4 Kommentare

  1. Ela
    15. Juli 2019 / 9:55 am

    Liebe Nicole,

    ein wunderbarer Beitrag! Sich stets mit anderen zu vergleichen, kann auf Dauer nur unglücklich machen!
    Ich stelle immer wieder mal fest, dass ich auch ganz gut im „Jammern auf hohem Niveau“ bin und versuche dann erstmal, wieder auf den Boden der Tatsachen zu kommen. Denn eigentlich geht es mir doch so was von gut, auch mit den 2 überschüssigen Kilos am Bauch. Ich versuche, Sport dann zu machen, wenn er mir gut tut – und nicht, wenn ich es MUSS. Et voila: schon klappt vieles besser.
    Und dein Motto finde ich einfach richtig gut!
    LG, Ela

    • Nicole Roewekamp
      Autor
      15. Juli 2019 / 10:38 am

      Liebe Ela,
      wie Recht du hast. Diese Einstellung finde ich grandios.
      Danke für deinen schönen Kommentar.
      Viele Grüße
      Nicole

  2. Susi
    15. Juli 2019 / 10:32 am

    Ein toller Post! Und ja, das Wort ist gruselig, unheimlich und bedrückend. Warum sollen wir uns optimieren? Selbstoptimierung – wofür? Wäre es wirklich für uns? Nein, es wäre für eine Bild von uns, was wir denken, die Gesellschaft gern sehen würde, aber das ist falsch. Selbstliebe, Selbstfürsorge, Selbstwert – darauf sollten wir uns fokussieren, aber wir sollten auch nicht immer an uns arbeiten, sondern uns so lieben wie wir sind, nicht alles immer so thematisieren, einfach dankbar sein, für das was wir sind, wer wir sind, wie wir sind und was wir haben….. da gebe ich Dir, liebe NIcole, vollkommen recht…..

    • Nicole Roewekamp
      Autor
      15. Juli 2019 / 10:36 am

      Liebe Susi,
      Genauso ist es. Bei dem ganzen Schönheitswahn vergessen wir am Ende zu genießen.
      Hab eine schöne Woche.
      Viele Grüße
      Nicole

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