Wie sehr verändert sich ein Gesicht im Laufe der Jahre?

Ich liebe es, mich euch Mädels zu kommunizieren. Im echten und im virtuellem Leben ist es doch ähnlich: Gleiche Vibes ziehen sich an und die von euch, die mir schreiben, ticken ähnlich wie ich. Und vielleicht auch ähnlich, wie meine anderen Leserinnen. Deshalb hatte ich die Idee, immer wieder eine Mail zu einem Thema, welches zum Nachdenken anregt, zu veröffentlichen. Inklusive meiner Antwort. Heute geht es los damit, enjoy! Und hey, ich freue mich über mehr solcher Mails!

Ich habe gerade Deinen Blogpost gelesen und kommentiert.

Und da fiel mir wieder etwas ein was ich die letzten Tage in einer Gesundheits- etc. Zeitung gelesen hatte.
Das hat jetzt nichts mit Deinem Thema zu tun, aber ich dachte, es ist sicher etwas, was Du bestimmt auch nachvollziehen kannst (ich hatte einer Freundin davon erzählt was ich in der Zeitung gelesen habe und sie schaute mich nur ungläubig an).

Es wurde darüber berichtet, dass sich ein Gesicht bis zum Alter von 60 Jahren noch stetig verändern kann…. und, dass dies eben nicht von den Genen her rührt etc., sondern, dass es tatsächlich damit zu tun hat wie wir uns einer Lebensphase fühlen, wie wir leben, uns “präsentieren”.
Wie wir atmen, ob wir eher outgoing oder verschüchtert sind. Diesen Gedanken fand ich sehr interessant und sehr nachvollziehbar denn ich kann genau dies bei mir beobachten.

Es gab bei mir ein paar Jahre, da war ich – trotz großer Verantwortung für meine kleinen Geschwister, Hausarbeit, kochen, putzen, bügeln und meinem eigenen Lernpensum fürs Gymnasium sehr zufrieden und selbstbewusst. Ich hatte große, offene und helle Augen und das Gesicht war ausgeglichen in Proportionen und Formen. Ab Mitte 30 veränderte sich etwas.

Irgendwann wurden die Augen kleiner (vielleicht verkniffener), weil man eventuell manches nicht sehen wollte? Das Kinn ging mehr zurück, wurde fast eins mit dem Hals. Also scheinbar immer ein nach unten gerichteter Blick bzw. ein nach hinten gezogenes Gesicht. Und die ehemals von vielen gepriesenen Wangenknochen verschwanden und die Nase wurde schmaler.

Das heißt, ich atmete scheinbar nicht mehr so klar. Nahm mich eher zurück, entwickelte ein “Doppelkinn” und schaute nicht mehr offen hin.

Glaubst Du auch an so etwas bzw. hast Du so etwas auch schon mal bei Jemandem beobachtet?

Liebe Grüße, C.

I am a woman on a mission to - Blog Kolumne für Frauen über 40

Liebe C.,

Ich verstehe total, was du meinst. Ich habe so ein Buch von Louise Hay, in dem alle möglichen Krankheiten und Symptome beschrieben werden. Und durch welche Glaubenssätze sie ausgelöst werden. Hängende Gesichtszüge kommen z.B. von „durchhängenden“ Gedanken. Was genau dort steht, müsste ich nachsehen, aber es fiel mir direkt ein, als ich deine Mail las. 

Vor einigen Jahren – bestimmt 7 oder mehr – wir wohnten noch in Köln, habe ich staubgesaugt und schaute zufällig in einen großen Spiegel bei uns im Flur. Was ich darin sah, war eine verkniffene, ältere Frau. Mit ganz dünnen Lippen und nach unten gezogenen Mundwinkeln. Und einer fetten, tiefen Falte zwischen den Augenbrauen. 

Ich war damals nicht gerade happy. Mein Job war falsch für mich. Die Kinder waren so klein, dass ich kaum Zeit für mich hatte. Und mein Mann war irgendwie genervt, wenn ich was sagte (und ich sagte ständig was). Mein eigener Anblick hat mich total erschreckt und ich beschloss, mich zu ändern.

Ich sah irgendwie meine eigene Mutter (oder Oma) im Spiegel, nur dass sie ja viel älter ist als ich. 

Ich habe von heute auf morgen angefangen meine Mundwinkel zu heben und hatte richtig Muskelkater davon, weil ich immer leicht lächelte. Meine Freundin guckte mich immer ganz komisch an, weil ich ständig grinste. Dann lernte ich, meine Lippen nicht so zusammenzupressen und ich fing an, Änderungen in meinem Leben vorzunehmen. Ich dachte, wenn ich morgen sterbe, dann bitte als glückliche Frau und nicht diese verkniffene Alte da im Spiegel. Ich fing an zu bloggen und verbrachte viel Zeit mit Frauen. Es hat lange gedauert und ich bin immer noch nicht mit dieser Reise fertig, aber ich will mich nie wieder so sehen. 

Ehrlich gesagt war ich sogar beim Schönheitsdoc, ich wollte, dass er mir in dieser Zeit der Umstellung hilft und es hat geklappt. Ich lasse nichts mehr machen, weil ich mein Denken verändert habe (hoffe, dass es weiterhin klappt, sei nicht enttäuscht, wenn ich irgendwann doch wieder Botox bekomme ;)). Ich habe Botox als etwas Ganzheitliches angesehen, ich dachte, dass es bestimmt nicht toll für mein drittes Auge ist, wenn ich ständig meine Augenbrauen zusammenziehe und es ständig quäle und habe mir die Muskel lahmlegen lassen. Und es hat mich unterstützt in der Zeit, in der ich lernen musste, meine Gedanken zu ändern.

Heute hilft es mir zu meditieren. Die ersten Male waren schrecklich für mich, ich dachte, mein Hirn bringt mich um. Aber es wird, es wird. Demnächst gehe ich mit meiner Freundin, die eine ähnliche Reise macht, in das buddhistisches Zentrum hier in Wuppertal, wir wollen es richtig lernen. Ich glaube an Meditation statt Botox ;).

Photo by Valentina Conde on Unsplash

6 Kommentare

  1. ela
    7. Juni 2019 / 9:04 am

    Wow, zwei tolle Texte! Ich glaube sicher, dass unser Inneres auf unser Äusseres wirkt… und andersherum auch: haben wir doch alle schon mal gelesen, dass man selbst mit einem gefaketen Lachen Glückshormone produziert?!?!?
    Also: ran an das Gesichtstraining…

    LG und ein schönes langes Wochenende, Ela

    • Dorota
      Autor
      7. Juni 2019 / 9:28 am

      Das stimmt! Mir ging es auch viel besser, als ich anfing zu grinsen. Happy day!

  2. Susi
    7. Juni 2019 / 11:17 am

    Ich kann dem nur zustimmen, zwei interessante Texte und die Erkenntnis, dass nur wir selbst etwas ändern können, was sicher oft eine große Herausforderung ist. Aber man jeden Tag immer wieder damit anfangen es zu versuchen….. in dem Sinne, frohe Pfingsten;-)

    • Dorota
      Autor
      7. Juni 2019 / 11:37 am

      Danke! Schöne Pfingsten auch für dich!

  3. Ulrike
    13. Juni 2019 / 8:26 am

    Ein toller Text und er hat mich zum Nachdenken gebracht. War am Wochenende auf einen 50. Geburtstag und habe viele alte Bekannte getroffen. Ich war erstaunt, wie unterschiedlich viele gealtert sind, manche wirkten wirklich müde und deutlich älter im Gesicht, und bei anderen, die natürlich auch älter geworden sind, war aber noch eine gewisse frische und Zufriedenheit zu sehen. Sie haben sich eigentlich kaum verändert.
    Also, immer schön lächeln 😊

    • Dorota
      Autor
      13. Juni 2019 / 6:07 pm

      Ich habe demnächst 25-jähriges Abi-Jubiläum und bin sehr gespannt! Mal sehen wer noch happy aussieht 😉
      Liebe Grüße!

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