Not actually into Sports

Ich habe mich verändert. Und zwar sowas von. Ja. Also, nee, nicht offensichtlich, aber wenn ich so darüber nachdenke, wie ich vor 30 Jahren war, dann bin ich heute eine andere.

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Not today. Nehmen wir mein Sportverhalten. Als ich 14 Jahre alt war, meldete ich mich in einem Fitness-Studio an. Das war leider nicht gerade bei mir um die Ecke, ich musste fahren. Mit dem BUS! Und sogar umsteigen. Ich fuhr also bestimmt eine Stunde hin und wieder zurück, denn damals gab es noch keine Schnellbusse. Trotzdem fuhr ich fast jeden Tag zum Sport, zieh dir das mal rein. Und heute? Würde ich es heute so machen? Im Leben nicht. Ich bin stolze Besitzerin zweier 10-er Karten, für ein Fitness-Studio und ein Yoga-Studio und jedes Mal wenn ich dort hingehe, fragt man mich, ob ich neu bin und mich anmelden möchte. Das zeigt recht deutlich, wie oft ich dort zu Gast bin. Die Doro von früher gibt es nicht mehr. Die Doro heute hat andere Prioritäten, als ihren Körper zu formen.

Oh Shit. Was dir schon mit 25 Jahren falsch an deinem Körper vorkam, wird mit 45 Jahren nicht besser. Denn auch, wenn Menschen sich ändern – siehe vorheriger Abschnitt – die Ansicht über den eigenen Körper ändert sich bei den Wenigsten, sie wird höchstens noch schlechter. Zum Beispiel hatte ich schon immer ein ungutes Verhältnis zu meinem Bauch. Auch, als ich mit dem Bus ins Fitness-Studio fuhr. Mein Bauch hat mir nur während meiner Schwangerschaften gut gefallen, denn da war er prall und rund und ich hatte einen guten Grund dafür, dass er prall und rund war. Dabei ist mein Bauch gar nicht so schlecht, aber meine Meinung über ihn ist es. Er soll weiß Gott nicht wie der Bauch von einem Victoria´s Secret Modell aussehen – die finde ich gar nicht schön -, aber er könnte straffer sein. Ist diese Aussage übrigens politisch korrekt? Stichwort Selbstliebetrend?

Born to be awesome, not perfect. Dafür, dass mein Bauch 45 Jahre alt ist und Platz für zwei Kinder gemacht hat, sieht er gut aus, eigentlich sieht er besser aus, als vor den Kindern und besser als mit 25. Das muss ich nur noch selber glauben. Zum Beispiel hasse ich es, wenn mein Mann hinter mir in der Löffelchen Stellung liegt und seine Hand auf meinen Bauch legt. Ich meine, ich liege dabei auf der Seite und die beiden Schwangerschaften und das Gewichts-Jo-Jo aus meinen Teenie-Jahren haben Spuren hinterlassen. Ich liebe High-Waist Jeans und ich bin kurz davor, bald meine Bikinis auszusortieren und nur noch Badeanzüge zu tragen. Die Alternative wäre, wie in jungen Jahren, viel Zeit in meinen Körper zu investieren. Ich müsste auch gar nicht weit mit dem Bus fahren, ein Fitness-Studio ist direkt bei mir um die Ecke ich habe ein Auto.

Or nah. Aber wenn ich daran denke, meinen Körper optimieren zu wollen, finde ich meinen Bauch auf ein Mal perfekt. Sport macht man nur aus einem Grund: weil es Spaß macht. Manchmal rutscht mir beim Yoga das Oberteil in manchen Asanas hoch und glaubt mir, niemand will meinen oder seinen nackten Bauch im Hund oder Schulterstand sehen und genau das ist der Punkt. Keine von uns ist immer mit sich selber zufrieden, jede von uns hat ihre Körperstelle, die sie in der Löffelchen-Stellung nicht angefasst haben möchte. Da bin ich mir ganz sicher. Und wenn eine von euch etwas anderes behauptet, dann bitte! Nimm uns doch alle mit in dein Paralleluniversum!

Und wenn du nur 1 (oder 3) solcher unperfekten Stellen hast, bist du gut. Bleib dabei!

Und jetzt rolle ich ganz heimlich meine Yogamatte aus, treffe den Hund, die Taube und mein wahres Ich. Das Ich, das überhaupt keinen Bauch hat, dafür eine Mitte. Die könnte ich zwar auch was straffen, aber vor allem möchte ich sie finden. Und irgendwann soweit sein, dass ich neben meinem Mann im Löffelchen liege und den Bauch nicht mehr einziehe. Schon mal versucht?

8 Kommentare

  1. Ela
    30. Januar 2019 / 8:05 am

    Ach Doro… Du sprichst mir aus dem Herzen! Auch ich möchte nicht, dass jemand auf meinen 45jährigen Bauch, der auf der Seite liegt, seine Hand legt. Obwohl mein Mann immer sagt, ich soll mich nicht so anstellen. Mädels wichtig ist nur, dass es irgendwo etwas an uns gibt, das wir dafür um so mehr mögen! Bei mir sind es die Beine! Bei denen ein bisschen Training auch was bringt. Was ich vom Bauch weniger sagen kann… 😊Hab einen schönen Tag! Ela

    • Dorota
      Autor
      30. Januar 2019 / 12:32 pm

      Dieser Ausgleich ist so WICHTIG!

  2. Ira
    30. Januar 2019 / 12:29 pm

    Aber auf dem Board hast du doch voll den Waschbrettbauch👍😍😍😍😍

    • Dorota
      Autor
      30. Januar 2019 / 12:31 pm

      Welchem Board? Ich hatte noch nie einen Waschbrettbauch! NIE!

  3. lovelyraisin
    30. Januar 2019 / 1:29 pm

    Ehrlich? Ich habe derzeit nicht mal Bock auf Yoga oder maximal auf Yin Yoga. ;D Und sogar die Walking-Runde… nun ja… lasse ich derzeit gerne ausfallen. Es ist arschkalt, ich muss zig Klamottenschichten überwerfen und fühle mich wie ein Michelinmännchen… brrr… momentan ist alles #mimimi. Ich lasse mich jetzt mal kurz in diese Phase reinfallen und dann werden wieder die Turnschuhe geschnürt. Und zwar, weil ich mich danach besser fühle und nicht, weil ich mir irgenwelche Kilos runterhungern will. Ich bin nun mal 46 und mein Bauch hat eine Schwangerschaft hinter sich und verdammt nochmal… ich muss nicht mehr wie ein „Victoria’s Secret“-Model aussehen. Das habe ich nämlich auch mit 20 nicht.^^

    • Dorota
      Autor
      30. Januar 2019 / 2:43 pm

      Ein VS‘s Model solle NIE das Ziel sein! Und auch nicht, sich was runterhungern zu wollen? Macht das überhaupt noch jemand… also in unserem Alter? Mir geht’s – wie immer – um eine gestörte Selbstwahrnehmung unter der wir Frauen leiden 😂 denn eigentlich sind wir doch super! Und auch ohne eigentlich! Wir SIND super.

  4. Martine Demuth-Wagner
    30. Januar 2019 / 1:52 pm

    Liebe Doro,

    Sportlich war ich noch nie … nicht mit 17, nicht mit 27, 37 und schon gar nicht jetzt mit fast 47 … Hatte immer das große Glück (bis vor +/- 10 Jahren nach der Geburt meiner Tochter) einen superflachen Bauch zu haben und mir keine Gedanken zu machen was ich esse. Meine Knie aber … oh hab ich die gehasst und hasse die immer noch. Schwabbelig und unschön finde ich sie (mein Mann nicht), ziehe deshalb nie kurze Röcke an … der Bauch ist mittlerweile auch nicht mehr flach … Ich habe zig Instagram Fitness-Acounts abonniert und schwöre mir jedesmal: „Morgen fängst du mit dem Sport an!“. Na ja wann Morgen?? … welcher Monat?, welches Jahr …?
    Aber glücklich bin ich, wenn auch nicht mehr mit meiner Figur und das Gesicht verliert auch langsam seine Konturen … aber mein Mann liebt mich bedingungslos und sagt mir ständig wie schön er mich findet …
    Was will man mehr 🙂

    • Dorota
      Autor
      30. Januar 2019 / 2:39 pm

      Ja, glücklich sind wir trotzdem, aber irgendwas ist immer. Wären wir anders, wären wir dann… Männer? 😜

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