Monday

Ich habe am Wochenende die 4. Staffel von The Affair gesehen, einer Serie, die ihr alle sehen müsst. Oder auch nicht, denn eigentlich gibt es genug Besseres zu tun. Helen, die betrogene Ehefrau, zitierte in einer Folge beim Mondzyklusfest im Joshua Tree Nationalpark Mary Oliver und ich dachte seitdem an Mary Oliver. Außerdem hatte Helen Sex mit ihrer Nachbarin, die sie zu dem Fest mitgenommen hat und die eigentlich von Helens Freund, Vik, schwanger ist. Aber deswegen ist mir die Folge nicht in Erinnerung geblieben, ich fand alles, was Helen in dieser Folge so von sich gab, treffend und klug. Also schaut die Serie. Es sei denn, ihr mögt keine Serien, dann lasst es.

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Listen. Are you breathing just a little and calling it a life?*

Das ist ein Satz aus einem Gedicht von Mary Oliver. Man kann übrigens beides, eine Serie gucken und versuchen, mit einer mutigen Seele zu leben, im Einklang mit der Natur, innehalten, sich wundern und sehen. So, wie Mary Oliver es vielleicht gemeint hat.

Heute ist Montag, ein neuer Beginn und ich wollte mir ein Mantra, eine Intention für diesen Montag ausdenken, etwas Sinnvolles und auch etwas, worüber ich in diesem Post schreiben könnte. Etwas Kluges und Schönes. Während ich das tat, kam Lian mehrmals zu mir, weil er mit den Vokabeln, die er lernen sollte, nicht klar kam. Wenn man das Englischbuch in der Schule vergessen hat, lernt es sich eben nicht so gut Vokabeln. Also die App, Mama, kann ich dein Handy? Leider ist es auch doof, Vokabeln zu lernen, wenn man nicht weiß, welche Vokabeln man in der App einstellen soll. Mama wird das aber schon irgendwie herausfinden, auch mit einem missing Mantra. Hat sie auch. Mütter sind beides, CIA und FBI.

Außerdem kommt in 5 Minuten Luke nach Hause und ich habe noch nichts gekocht, also muss ich meinen Post später schreiben. Und auch meine Gedanken an ein Mantra auf später verschieben. Helen sagte in dieser Folge von The Affair, dass Kinder die Welt nicht kleiner, sondern größer machen. Und sie hat Recht, meine Welt ist manchmal sogar etwas zu groß für mich.

Und als ich das denke, kommt mir ein super Mantra in den Sinn.

Es heißt „Lass los, Doro“.

Einige Zeit später habe ich losgelassen, gekocht, gespült und sitze wieder an meinem Post. Diesmal mit einem Mantra. Natürlich kommt Lian wieder zu mir, er hat einen Radar dafür, wenn ich in Ruhe schreiben möchte. Er will die Vokabeln nochmal in der App lernen, also gebe ich ihm mein Handy. Wahrscheinlich checkt er, ob Pokemons in der Nähe sind. Oh Gott, hoffentlich checkt er Pokemons. Sonst muss ich ihm beibringen, loszulassen, Vokabeln zum Beispiel. Also gehe ich jetzt mit einem guten Beispiel voran und lasse am besten diesen Post los. Und mache stattdessen einen Spaziergang im Dunkeln, denn ja, mittlerweile ist es Abend. Frische Luft atmen, kalten Wind im Gesicht spüren, die Natur riechen, wie Mary Oliver es in ihrem Gedicht beschreibt. Bring mir Batterien von Rossmann mit, Mama, 4 x 1,5 V AA.

So what are you going to do with your one wild and precious life?*

*Mary Oliver

6 Kommentare

  1. lovelyraisin
    15. Januar 2019 / 8:53 am

    Das Mantra gefällt mir. Ein Klassiker wie das kleine Schwarze. 😉

    Mir flogen letzte Woche (m)ein Jahresmotto (übrigens das erste meines Lebens^^) und (m)ein Mantra der Stunde zu. Motto: Ich werde mich sowas von stolz machen. Mantra: Betrachten wir es als Abenteuer. Das Ganze nehme ich mehrmals täglich zu mir und darüber hinaus eine XXL-Portion bei aufkeimenden Zweifeln und seelischem Unwohlsein. Bin also quasi nur am Murmeln. ;D

    • Dorota
      Autor
      15. Januar 2019 / 9:08 am

      Na wenigstens denkst du daran! Heute ist Dienstag und ich habe meins fast schon wieder vergessen ?

  2. heppinessblog
    15. Januar 2019 / 3:14 pm

    Haha, was für ein erfrischender Beitrag meine Liebe! Ich habe mich quasi in dich hinein versetzen können.. als wäre ich gestern bei dir gewesen 😀 Einfach klasse!

    Hab noch einen schönen Rest-Dienstag!

    Anette à la Heppiness

      • Monika
        18. Januar 2019 / 4:33 pm

        Super geschrieben ! Und ein Mondzyklusfest…das wär mal was, vor dieser Serie war ich mir einer Existenz solcher Feste gar nicht bewusst.
        Statt eines Mantras habe ich meine „To-Do“ Liste um eine Spalte erweitert, die Überschrift dieser 2. Spalte lautet „ sch…drauf“……das hilft mir sehr dabei, sinnvolles vom sinnfreiem zu unterscheiden ?
        LG Monika

        • Dorota
          Autor
          18. Januar 2019 / 4:39 pm

          Diese Spalte gefällt mir sehr gut!

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