Wie Hormonyoga mein Leben (nicht) verändert hat

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Vor ca. 1,5 Jahren fing ich an, Hormonyoga zu üben. Hormonyoga soll bei Beschwerden in den Wechseljahren, bei Kinderwunsch und bei Menstruationsproblemen helfen. Auch wenn ich nie das geschmeidige Instagram-Yoga-Girl sein werde (was natürlich auch völlig egal ist, denn ein guter Body sollte nie das Ziel von Yoga sein (bwahaha, wollen wir das nicht trotzdem alle?/ ICH nicht!/ ok, dann würde ich mich gerne mühelos in den Handstand schwingen oder im Drehsitz einfach so meine Mitte finden… und von da an als eine in sich ruhende, weise Göttin durchs Leben schreiten und die Instagramwelt daran teilhaben lassen wie geschmeidig und erleuchtet ich bin), schätze ich Yoga sehr und habe Hormonyoga bei meiner vorzeitigen ovariellen Insuffizienz (vorzeitige Wechseljahre), dankbar angenommen und ausprobiert.

Meine Erfahrungen mit Hormonyoga?

In den verschiedenen Asanas wird sehr intensiv geatmet (Bhastrika), der Atem wird gezielt zu den Hormondrüsen Hypophyse, Schilddrüse, Eierstöcke und Nebennieren gelenkt (visualisiert). So wird Prana – die Lebensenergie – an die richtigen Stellen gelenkt, dadurch werden die Hormondrüsen massiert und stimuliert. Die Hormone sollen so in Balance gebracht werden. Frauen in den Wechseljahren verspricht Hormonyoga, dass der Hormonspiegel durch die Asanas angehoben werden kann und sie so weniger Beschwerden haben. Alle Frauen, die hormonell im Ungleichgewicht sind, (PMS, Menstruationsprobleme, unerfüllter Kinderwunsch) können versuchen, ihre Hormone so auszubalancieren.

Also übte ich. Ach, so nennt man das, was ich da tat?

In den ersten Stunden kritisierte ich meinen Körper in meinen Gedanken dafür, dass er mich so früh in die Wechseljahre gekickt hat. Ich kritisierte mich, dass ich meine Fruchtbarkeit abgelehnt und meine weiblichen Zyklen nie angenommen hatte. Sprich, ich machte mich so richtig fertig. Alle so “Ooooommmm” und ich haute mir in Gedanken so richtig eine rein. Und das beim Yoga, dabei soll man bestenfalls gar nicht denken! So wird das nichts mit der Mitte und Erleuchtung. Aber die Kritik hörte irgendwann auf und ich konzentrierte mich auf die Atmung. Ich atmete in meine Eierstöcke und in meine Hypophyse, visualisierte und hielt meine Bandhas (Körperverschlüsse wie Beckenboden) geschlossen, damit die Energie auch da bleibt, wo ich sie hoffentlich hingelenkt habe. Dabei hechelte ich, so sehr wollte ich mehr Östrogen. Achtung Leute, das kann ich, ich werd´s euch zeigen!

Los Körper, gib mir Östrogen! Östrogen! Mein eigenes, keins aus der Apotheke!

Ich übte über einen langen Zeitraum. Ich übte täglich. Doch meine Beschwerden blieben. Tolle Erfahrung! So sehr ich es wollte, nichts tat sich. Als meine Blutwerte gemessen wurden, war mein Östrogenwert immer noch im Keller. Zu Beginn meiner Erfahrungen mit Hormonyoga, weinte ich still im Savasana, später fing ich mitten in der Stunde an zu heulen. Vor Enttäuschung, über mich und über meinen eigenen Körper. Es fühlte sich so falsch an, wie ich da hechelnd meine Eierstöcke massierte, ich kam mir schrecklich albern vor. Ich weinte und weinte vor Enttäuschung und als ich genug geweint hatte, fand ich meine Mitte.

Ach nee, Mist, ich meine, ich fand Akzeptanz. Ganz langsam akzeptierte ich meine fehlenden Hormone und hörte auf, von meinem Körper ein Wunder zu verlangen. Und gab das Hormonyoga auf.

 

Weibliche Intuition statt Hormonyoga

 

Ich kehrte zu meinen normalen Yogastunden zurück. Ja, ich hatte noch immer Angst vor den Wechseljahren und den kommenden Veränderungen, aber ich war auch erleichtert (nicht zu verwechseln mit “erleuchtet”). Der Druck, Östrogen “produzieren” zu müssen, ging.

Gleichzeitig dachte ich darüber nach, was ich mir geben könnte, damit ich mich besser fühle. Ich ging joggen (bringt nichts, lenkt nur ab), ich kaufte mir einen neuen Lippenstift (das ist (für etwa 10 Minuten) toll ) aber vor allem umgab ich mich mit Menschen, mit denen ich über meine fehlenden Hormone reden konnte. Ich umgab mich mit Frauen.

Das ist Hormonyoga auf meine Art.

Eine meiner Freundinnen hat fast die gleichen Symptome und wir haben das Nowshine-Hormonyoga weiterentwickelt. Wir trinken zusammen unseren koffeinfreien Latte (Koffein vertragen wir seit den Wechseljahren nicht mehr, es hat auf uns eine Wirkung wie Speed) mit Sojamilch (ratet mal: Laktose vertragen wir auch nicht), dann lachen wir und manchmal weinen wir (manchmal auch vor Lachen). Immer, wenn es uns schlecht geht, sprechen wir es aus, z. B. wenn unsere Launen Achterbahn fahren oder wir nachts nicht schlafen können. Wenn es sein muss reden wir über Panikattacken, die kalten Schweißausbrüche in der Nacht, die Vergesslichkeit und Watte im Kopf. Wir suhlen uns nicht mehr im Sumpf der Wechseljahre, wir amüsieren uns mit den Wechseljahren. Oder besser gesagt über die Wechseljahre.

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Uns geht es ohne Östrogen nicht gut, aber wir nehmen es an. Wir warnen alle, die uns doof kommen, dass mit uns nicht zu spaßen ist, denn wir könnten hormonbedingt mal eben völlig austicken. Es tut gut, die Wechseljahre öffentlich zuzugeben. Wir hecheln nicht in unsere Eierstöcke und betteln unseren Körper nicht um Hormone an (der ist in den Wechseljahren und gibt dir eh nicht das, was du willst, er ist so launisch wie deine Gedanken).

Also was tut man gegen ein hormonelles Ungleichgewicht? Ehrlich gesagt: keine Ahnung. Es ist nicht schön, aber es geht auch ohne Östrogen. Das Leben ist zu kurz, um sich zu verkriechen und zu jammern. Jammern bringt doch eh nichts. Wer hört jammernden Menschen überhaupt zu?

Auf das eigene Bauchgefühl zu hören ist ein guter Anfang. Du wirst schon wissen, was du brauchst. Vielleicht willst du lange in ein Kissen kreischen, weil du seit den Wechseljahren merkst, dass du vergänglich bist. Das Gefühl wird schwächer, wenn du es dir erlaubst.

Vielleicht kaufst du dir etwas aus deinem Inspirations-Ordner auf Pinterest oder endlich die Handtasche, die so schrecklich teuer ist. Die Apothekenumschau sagt, dass du jetzt alt bist, also wozu sparen…?

Osteoporose und Blasenschwäche sind nicht mehr weit, ich nehme die schwarze Céline

Vielleicht trennst du dich von deinem Partner oder doofen Freunden, weil sie dich nicht unterstützten und stattdessen über deine hormonell bedingten Stimmungsschwankungen meckern. Das gehört dazu ihr Arschlöcher! Ups, da war er wieder, der kleine hormonelle Ausraster. Meine Güte, du darfst schon mal ausrasten, seit wann sind alle so nice!? Das tut gut, steh zu dir.

Und wenn du Yoga übst, nimmst du es einfach nicht so ernst. Vielleicht übst du auch wieder das olle Hormonyoga, aber du gehst ohne Erwartungen daran. Wenn es nicht hilft, verabredest du dich zu einem koffeinfreien Date mit deiner Freundin. Der neuen Céline.

Fazit? Hormonyoga hat mein Leben verändert.

Es hat meine Hormonwerte vielleicht nicht ansteigen lassen, aber es hat meine Einstellung zu den Wechseljahren bereinigt und entspannt.

Yoga is my drug of choice. It´s some powerful shit.

Namaste.

2 Kommentare

  1. Peggy
    16. April 2018 / 11:38 am

    I love you, Dorota! :-*

  2. Bettina Kraft
    19. April 2018 / 4:08 am

    Bhastrika ist schon was Interessantes. Wir haben mal einen Meditationslehrgang eines Gurus eine Woche lange in Cali gemacht und zu “So Ham” gehechelt und geatmet. Und das zum Teil 30 min. durchgaenging. Erst ganz langsam, dann ganz schnell. Manchmal hatte ich das Gefühl gleich abzuheben (ich glaube durch die Hyperventilation)- meine Arme hinter meinen Schulterblättern verschränkt (wenn Ihr Euch das vorstellen könnt)… Atmung ist definitiv wichtig. Aber ob sie den Östrogenen hilft sich wieder einzustellen, naja…bei mir klappte es auch nicht. Aber Bhastrika ist dennoch was Gutes, auf meine Weise angewandt. Lachen, quatschen, sich austauschen…das ist definitiv meine liebste Therapie. Und wenn es ganz hart kommt, dann ist es Zeit leise zu werden, mehr zu schlafen (wenn ich kann) und gut zu mir zu sein. Dann meditiere ich und mache Yoga. – Es ist übrigens 4:07 Uhr morgens…ich bin seit halb 2 wach. Scheiss Oestrogene!!!

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