The Relationship Diaries: der Morgen nach dem Streit

Donnerstag, 2. März 2017

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Ein neuer Morgen. Ich wache auf, allein im großen Bett.
Etwas stimmt nicht, ich fühle mich unwohl und verstehe nicht warum. Dann trifft es mich. Wie aus heiterem Himmel, dabei weiß ich doch schon längst Bescheid.
Der Streit, Gemeinheiten.
Ich liege allein im großen Bett, er ist nicht da.

Meine Augen schmerzen vom Weinen. Ich will nicht wach sein. Ich will schlafen, schlafen, schlafen, schlafen, nur noch schlafen. Und träumen. Vom Leben mit ihm, wie es einmal war. Von Liebe, von der es hier so viel gab. Von Nächten, in denen wir bis zum Morgengrauen geredet haben. Von der Hoffnung, jemanden gefunden zu haben, der mich so liebt wie ich bin. Nicht klüger oder sportlicher.
Wird mich ab heute niemand mehr morgens im Bett so lange anschauen, bis ich davon aufwache? Wird er mich nicht mehr morgens in der Küche in den Arm nehmen? Oder mir den Kaffee ans Bett bringen?

Er liebt mich. Und ich liebe ihn. Für immer. Oder doch nicht? Hielt die Liebe nur bis gestern? Oder kann sie bleiben?

Ist ein Streit nur ein kleiner Tod, den wir sterben müssen? 

Vielleicht, damit etwas anderes geboren wird?

 Vielleicht muss die alte Liebe einen Tod sterben. Damit eine andere Liebe wachsen kann. Ich weiß, ich kann auch ohne ihn leben. Ich will es nicht. Die Sonne scheint auch ohne ihn und ich bin ohne ihn glücklich. Aber nochmal: ich will es nicht.
So lange meine Liebe zu ihm da ist, will ich nicht ohne ihn sein. Er versteht mich. Ich wette, er versteht mich auch heute, im Streit. Was er nicht versteht, kann ich erklären. Also lass uns den Schmerz dieses Todes erleben und gemeinsam weitermachen. Willst du?

Ich weiß was wir sind. Und ich weiß, was wir nicht sind. 


Du hast keine Schuld. Und ich auch nicht. Wir sind kleine Kinder, die gegenseitig ihre Knöpfe drücken. Ich kenne deine und du kennst meine. Es sind immer die gleichen, auch schon früher, in anderen Beziehungen. Ich möchte mich selber wieder ganz machen, nicht dich verändern.
Manchmal ist es der Partner, der doof zu dir ist. Aber manchmal sind es die Dämonen in deinem Innern, die sich über dich kaputtlachen wie du so mal heulend mal wütend vor ihm stehst und es nicht kapierst. Tief im Innern weiß ich genau, dass es unsere vernachlässigten Gefühle sind, die Streit auslösen. Vor langer Zeit haben wir uns eingeredet nicht wertvoll zu sein, nicht liebenswert genug. Nicht gut genug. Eine Wunde, die immer da ist. Die bei jedem Streit wieder aufreißt. Wäre es nicht schön, wenn er meine Wunde kitten könnte und meine Leere füllen würde? Es wäre so einfach!
Aber nichts Gutes ist so einfach. Es sind meine Gefühle. Meine Babies, die ich vernachlässige und die hungrig nach mir schreien. Ich sollte mich um sie kümmern, anstatt mit ihm zu streiten.

Ich stehe auf und suche ihn. Ich werde ihn finden, wenn er gefunden werden will.
Er kommt mir auf halbem Weg entgegen, küsst mich und ich weiß wieder, warum ich ihn liebe. 
Zum Beispiel für all die Male, wo er mir auf halbem Weg entgegen kam.

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