Hormonyoga oder warum du niemandem hechelnd nachlaufen solltest, auch nicht deinen Östrogenen

Donnerstag, 9. Februar 2017

Erfahrungen-Wirkung-Wechseljahre


Vor ca. 1,5 Jahren fing ich an, zwischendurch immer wieder Hormonyoga zu üben. Hormonyoga soll bei Beschwerden in den Wechseljahren, bei Kinderwunsch und bei Menstruationsproblemen helfen. Da ich eh ein Yoga Girl bin, habe ich es bei meiner vorzeitigen ovariellen Insuffizienz (Symptome wie in den Wechseljahren) dankbar angenommen und ausprobiert.

Wie funktioniert Hormonyoga?


In den verschiedenen Asanas wird sehr intensiv geatmet (Bhastrika), der Atem wird gezielt zu den Hormondrüsen Hypophyse, Schilddrüse, Eierstöcke und Nebennieren gelenkt (visualisiert). So wird Prana - die Lebensenergie - an die richtigen Stellen gelenkt, dadurch werden die Hormondrüsen sozusagen massiert und stimuliert. Die Hormone sollen so in Balance gebracht werden. Frauen in den Wechseljahren verspricht Hormonyoga, dass der Hormonspiegel durch die Asanas angehoben werden kann und sie so weniger Beschwerden haben. Alle Frauen, die hormonell im Ungleichgewicht sind, (PMS, Menstruationsprobleme, unerfüllter Kinderwunsch) können versuchen, ihre Hormone so auszubalancieren.

Hilfe, ich komme mir doof vor!

Also übte ich (wie immer mit Yogaeasy). Ich atmete in meine Eierstöcke und in meine Hypophyse, visualisierte und hielt meine Bandhas (Körperverschlüsse wie Beckenboden) geschlossen, damit die Energie auch da bleibt, wo ich sie hoffentlich hingelenkt habe. Ich hechelte, so sehr wollte ich mehr Östrogen.
Los Körper, gib mir Östrogen! Östrogen! Mein eigenes, keins aus der Apotheke!
Meine Beschwerden blieben. So sehr ich übte, nichts tat sich. Meine Blutwerte wurden immer wieder gemessen und mein Östrogenwert war im Keller. Irgendwann fing ich mitten in der Stunde an zu heulen. Vor Enttäuschung. Es fühlte sich so falsch an, wie ich da hechelnd meine Eierstöcke massierte. Ich kam mir schrecklich albern vor. Und gab auf.


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Weibliche Intuition


Ich kehrte dankbar zu meinen normalen Yogastunden zurück. 
Gleichzeitig dachte ich darüber nach, was ich mir geben könnte, damit ich mich besser fühle. Ich ging joggen, ich kaufte mir neue Lippenstifte und vor allem umgab ich mich mit Frauen, mit denen ich dann über meinen Ex-Freund Östrogen (der mich böse verlassen hat) lästerte. Ja Man.
Das ist Hormonyoga auf meine Art.

Eine meiner Freundinnen hat fast die gleichen Symptome (und ratet mal - den gleichen Ex Östrogen) und wir haben das Nowshine-Hormonyoga zusammen weiterentwickelt. Wir trinken Wein, den wir eigentlich gar nicht mehr vertragen, daran ist auch unser Ex schuld, wir lachen und wir weinen. Wir sprechen es aus, wenn es uns wegen diesem Penner scheiße geht. Wegen ihm haben wir Panikattacken, kalte Schweißausbrüche in der Nacht, Vergesslichkeit, Watte im Kopf. 
Aber dann machen wir Selfies und haben eine Menge Spaß. Uns geht es super ohne dich, wir haben uns! 
Wir hecheln nicht in unsere Eierstöcke und betteln ihn an, zu uns zurückzukommen. Wir liegen mit High Heels auf dem Sofa und feiern uns. 

At first I was afraid, I was petrified
Kept thinkin´ I could never live without you by my side
But then I spend so many nights thinking how you did me wrong
And I grew strong
And I learned how to get along...

Es geht auch ohne Östrogen!

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Also was tut man gegen ein hormonelles Ungleichgewicht?
Auf deinen Bauch zu hören ist ein guter Anfang. Du wirst schon wissen, was du brauchst. Vielleicht willst du in ein Kissen kreischen, weil du merkst, wie vergänglich du bist. 
Vielleicht kaufst du dir endlich die Handtasche, die so schrecklich teuer ist. Die Apothekenumschau sagt, dass du jetzt alt bist.

Osteoporose und Blasenschwäche sind nicht mehr weit, also her mit der roten Gucci

Vielleicht trennst du dich endlich von deinem Partner, weil er dich nicht unterstützt und stattdessen über deine hormonell bedingten Launen meckert. 
Und wenn du Yoga übst, nimmst du es einfach nicht so ernst. Vielleicht übst du auch wieder das olle Hormonyoga, aber du gehst ohne Erwartungen daran. Wenn es nicht hilft, kaufst du dir neue High Heels für das Sofayoga mit viel Wein.

Fazit? Hormonyoga hat mein Leben verändert. 
Hääää? Wie jetzt? Es hat doch gar nicht geholfen!

Es hat meine Hormonwerte vielleicht nicht ansteigen lassen, aber es hat meine Einstellung entspannt. 
Yoga is my drug of choice. It´s some powerful shit.
Namaste.

1 Kommentar

  1. Ahhh love it - Gloria Gaynor ist die Ikone, die Frauenpower so einmalig und kraftvoll und lustvoll in Worte gepackt hat. Genau wie du. Wieder einmal sprichst du ein Thema an, das tabuisiert, verschwiegen und gedeckelt wird. "Oh, nee, nicht drüber reden. Ich bin doch eine Frau. Eine echte lustvolle Frau. Wenn ich dieses Thema anpacke, ist es aus: Dann bin ich geschlechtsneutral, muss die Heels ausziehen, Spitzenwäsche sowieso."

    Am schönsten ist, WIE du Lösungen vorstellst. Deine Lösungen. Und yes, sie funktionieren. Und sie machen Spaß und das ist das, was wir alle brauchen. Jeden Tag und against all odds.

    Wie immer gehst du voran und zeigst dich. Nimmst den bangen Moment und die Atemlosigkeit der Veröffentlichung in Kauf. Danke Süße.

    Deine C

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