Die Mutter, die ein Taxi war.

Freitag, 17. Februar 2017



Oh es ist Freitag!

Auch wenn ich nicht angestellt bin, freue ich mich über das Wochenende, denn dann bekomme ich Unterstützung von meinem Mann. Bei allen zu Hause anfallenden Aufgaben, aber auch Hilfe bei meinem Vohaben mit den Kindern. Denn Leute... ich bin nicht happy mit der Eltern-Kind Beziehung heutzutage.
Die Eltern, die Sklaven?
Ich möchte lernen, mehr mein Ding durchzuziehen. Damit meine Kids selbständige Erwachsene werden. Dafür muss ich aber anfangen, sie alleine machen zu lassen! Was gar nicht so einfach ist!


Die Mutter, die ein Taxi war


Beispiel: Luke hat 4 Mal in der Woche Fußballtraining in Düsseldorf. 30 km in der Rushhour auf der Autobahn. Das entsprich für mich einem Ausflug von mindestens 2 Stunden. Mindestens.
Zunächst habe ich ihn so oft es ging gefahren. Aber irgendwann sagte ich STOP, denn ehrlich gesagt könnte ich während dieser Zeit arbeiten, kreativ sein oder einfach nur einkaufen oder kochen.
Luke fährt also neuerdings öfter mit der S-Bahn und ich erfahre von ihm, dass der Rest der Mannschaft von den Eltern gebracht wird. Einige der anderen Eltern stehen 2 Stunden am Spielfeld und schauen beim Training zu. Diese Kinder sind 15 und ich finde, dass sie in diesem Alter so selbständig sein müssen, dass sie alleine zu ihrem Training kommen. Eltern, die zu fürsorglich sind... haben sie keine Hobby´s? Fühlen sie sich immer öfter ausgebrannt? Und sind unzufrieden, obwohl eigentlich alles stimmt? In so einer Verfassung kann man seine Kinder niemals optimal unterstützen!

Dein Kind, dein Hobby


Ich muss sagen, dass ich mich bei meiner Entscheidung, Luke nicht mehr so oft zu fahren nicht wohl gefühlt habe. Das Schlechte-Mutter-Gewissen. Bin ich etwa zu hart? Aber eigentlich glaube ich, die anderen sind eher zu weich. Oder brauchen wirklich ein Hobby.



Mein Schuldgefühl wich leichtem Unglauben bei einem Event-Lunch, zu dem ich von Biotherm eingeladen war. Für mich ist das Job. Während eines Vortrags fing mein Handy an zu summen. Luke. Er kam von der Schule nach Hause und war nicht in der Lage, etwas zu Essen zu finden. Dadurch, dass ich täglich koche, weiß er höchstens, wie ein Spiegelei gemacht wird. Oder wie man einen Smoothie mixt. Er schrieb, dass er vor Hunger fast brechen müsste. Eine Nachricht nach der anderen.
Ping. Ping.Ping.
Juuuunge!
Ich musste lachen.
Da ich weiß, wie voll unser Kühlschrank ist, fotografierte ich -um ihn zu ärgern- das Essen, welches auf dem Event für uns Blogger aufgefahren wurde und schickte ihm Bilder davon. Ich muss die Übermutter in mir killen denn es ist Zeit, dass meine Wolfsjungen selber auf die Jagd gehen.



Ich wünsche mir, dass meine Kinder frei sind. Selber wissen, was zu tun ist. Probleme selbstbewusst angehen. Frei von Mama und Papa. Sie wurden als perfekte Wesen geboren, ausgestattet mit Instinkten und Eigenarten. Sie werden es schaffen, Lösungen zu finden. Und ein Leben zu leben, welches ihnen 100 % zusagt. Ohne Mama, die noch mit 65 ihre Wäsche wäscht.
 In diesem Sinne: ich freue mich auf ein Wochenende, welches hauptsächlich mir und meinem Mann gehört! Und was habt ihr so vor?

Style Note: jetzt wo es langsam wärmer wird, trage ich sehr gerne wieder (fake) Lederhosen (wenn es zu kalt ist, finde ich dass (fake) Lederhosen zu hart werden und total unbequem sind) und Bomberjacken. Als Cherry on top trage ich dazu Steifeletten mit Blockabsatz und eine edle Tasche. Momentan mag ich sehr gerne fake Velourleder, das Material ist so super soft und anschmiegsam. Probiert´s mal aus!



11 Kommentare

  1. Liebe Doro,

    ja, kill die Übermutter in dir. Und in mir gleich mit. Das ist ein ganz fieses Ding. Man fühlt sich soooo schlecht, wenn man das verdammte süße Kind nicht zum Training, Musik, trallala fährt. Obwohl man genau weiß, dass diese Art der Dienstleistungen vollkommen unwichtig ist Qualität der Beziehung sind. Für mich war immer eine Freundin ein Vorbild, die ihre Kinder bei Bedarf mit dem Taxi zum Training hat fahren lassen. Denn in der Zeit kannst man so viel mehr tun: Job, lesen, entspannen, kochen, nachdenken - whatever. Bravo, dass du dieses Thema für die Übermutter unter uns anpackst.
    Love it

    Claudia

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  2. Jaaaaa, du sprichst mir sowas von aus der Seele. Recht hast du. Der Begriff Helikopter Mama kommt nicht von ungefähr. Ganz klar gibt es Situationen wo wir gerne alles für den Nachwuchs machen , aber sie zu liebevollen und selbstständigen Erwachsenen zu erziehen ist auch mein Ziel. Ich zieh also gerne weiter mit dir am selben Strang. Tschakaaas und by the way: eine glückliche Mama bedeutet auch glückliche Kinder und glücklicher Mann auch 😘😇🤗

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  3. Taxidienste - davon kann wohl jede Mutter ganze Arien singen. Ich war so böse, das Kind bereits mit zehn per Zug zum täglichen Ballett-Training (Montag bis Samstag) fahren zu lassen. Sie hat es überlebt und ist daran gewachsen. Wenn es nicht anders geht, dann spiele ich heute Taxi. Kind, groß, fährt aber inzwischen Vespa. Den Führerschein für ein Kleinkraftrad kann man mit 16 machen und die Dinger sind ausreichend schnell, um nicht als Verkehrshindernis zu gelten. Das bedeutet nicht nur Freiheit für Mütter, sondern auch fürs Kind. Und trainiert nebenbei Verantwortungsgefühl und den Umgang mit Alkohol. Der ist nämlich tabu, wenn man selbst fährt.
    Achja, am Wochenende müssen die Kinder den Hund übernehmen und wir fahren weg. Ich bin sicher, die verhungern nicht. Allerhöchstens explodiert der Herd.

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  4. Das hast Du mal wieder sehr gut geschrieben, Wolfsmutter ;-).
    Und dieses Outfit steht dir super gut!
    Schönes WE und liebe Grüße
    Kathrin
    http://addictedtofashionbykathrin.de

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  5. Du bist auf dem richtigen Weg zum Loslassen. Weiter so. Auch wenn es schwerfällt (ich weiß). Ich arbeite Vollzeit und war alleinerziehend. Ich hatte also oft keine Wahl. Und schlechtes Gewissen war mein zweiter Vorname. Aber mein Sohn konnte trotzdem seinen Hobbys frönen und bewegte sich viel früher als die meisten anderen vollkommen souverän durch den Großstadtdschungel.

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  6. Oh, wie gut ich das kenne!!!! Meine Tochter spielt Handball, leidenschaftlich und viermal die Woche. Und das in einem Verein in 30 km Entfernung. Ohne ÖNV. Mama-Taxi, das ist das Los der Landmütter. Wie oft ich das schon verflucht habe ... ;-)

    Liebe Grüße,

    Susi aka Texterella

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