Das Mama-Ich, das Schwein Rosita und die innere Diva

Montag, 16. Januar 2017



Gestern waren wir in dem Kinderfilm "Sing", in welchem Tiere die Darsteller sind: Mäuse, Affen, Koalas usw.
Ich konnte mich sowas von mit dem Schwein "Rosita" identifizieren, schon in Rositas ersten Szene lachte ich und sagte laut "Das bin ja ich!".
Eine selbstlose Hausfrau, Ehefrau und Mutter von 25 Ferkeln. Auch wenn ich keine 25 Kinder habe, manchmal fühlt es sich trotzdem genauso an.
Rosita hat ihre innere Diva an die Hausfrauenrolle verloren und kann sich nicht mehr erinnern wie es ist, etwas anderes zu sein.

Ich lachte zwar, aber es ist schon irgendwie fies.

Don´t get me wrong: ich liebe meine Kinder über alles (muss ich das überhaupt betonen?!), aber wie oft stelle ich meine Bedürfnisse wegen ihnen hinten an?
Seit die Kinder auf der Welt sind gibt es die alte Doro, die immer machen konnte was sie wollte, nicht mehr. Was vielleicht gar nicht mal so schlecht ist, von wegen schlechte Entscheidungen und so (hust, hust).
Ich verspreche mir selbst immer wieder, meine Kinder nicht zu sehr zu "beglucken". Sie sollen wissen, dass sie sich immer auf mich verlassen können, aber sie sollen Selbständigkeit lernen und auch hier und da die Verantwortung zu tragen...

...und trotzdem bin ich mehr Rosita als Miss Piggy.


Ich will lernen, die Kinder mehr loslassen. Ich bin zu sehr Glucke.
Wenn Luke z.B. vergisst, seine Fußballsachen zu waschen (sie werden jeden Abend gewaschen), dann hat er am nächsten Tag ein Problem, welches ich nicht mehr lösen möchte. Ich habe manchmal "so einen Kopf" bei all den Sachen an die ich denken muss. Der Junge ist 15 Jahre alt, ich meine ja nur. Wenn ihr wüsstet, wie viel wir mit diesem Fußball zu tun haben, würdet ihr sooooo Augen machen.
Ich mache es gerne, aber es darf nicht zu sehr auf meine Kosten gehen (tut es natürlich trotzdem). Meine Kinder sind meine Lehrer, ich mache eine sehr große Entwicklung durch, seit ich Mutter bin. Ich lerne täglich etwas Neues dazu. Zum Beispiel, wie man in manchen Situationen reagiert oder reagieren könnte. Mittlerweile weiß ich: wenn starke Gefühle wie Angst, Wut oder Ärger in mir hochkommen, versuche ich ihnen mit Humor zu begegnen.
Oder einfach das Gegenteil zu tun.

Das Schwein Rosita fand ihre innere Diva und wurde so zu meinem Vorbild


Hier geht es um das Glück, abseits vom Muttersein.
Oft sind es kleine Sachen, die mich wirklich happy machen, es muss nicht direkt eine Designerhandtasche oder ein Wochenende in NYC sein.

Glücklich machen mich Gespräche mit lieben Menschen, die sich nicht immer nur um die Kinder drehen. So etwas erdet mich, bringt mich zum Lachen und bringt eine gewisse Leichtigkeit in mein Leben.

Es macht mich glücklich, dass ich eine Putzfrau eingestellt habe. So etwas entlastet mich ungemein und ich kann mich verstärkt Sachen widmen, die mich happy machen. Vielleicht auch den Kindern, nur diesmal völlig stressfrei.

Ich liebe Pediküren (gerade im Winter) und gefärbte Wimpern. Bücher, die mich etwas lehren und Spaziergänge in der Dämmerung. Bevorzugt im Wald und Schnee.


Ihr seht, ich habe mir Gedanken darüber gemacht, was mich wirklich glücklich macht und auch, wie ich leben möchte. Dazu im nächsten Post mehr. Denn ich will mir trotz Ehemann, Kindern, Haushalt und Job, mein Mojo erhalten und nicht wie Rosita zu Anfang des Films, meine Träume fast vergessen.
Ich möchte eher die neue Rosita sein, die im Supermarkt zwischen den Gängen tanzt (schaut euch den Film unbedingt an, auch wenn ihr keine Kinder habt ;)).

2 Kommentare

  1. Manchmal braucht es eine Rosita um noch klarer zu sehen, liebe Doro. Es ist echt das Leben, das uns sehen lässt. Du hast ganz wunderbar dieses Spannungsfeld beschrieben, dass dieses große Glück, bestehend aus Familie und Job und Alltag bedeuten kann. Denn ja, vor lauter Glück gerät manchmal die eigene Vision in Vergessenheit. Wie schön, dass du sie wieder gefunden hast und dadurch andere Frauen inspirierst.

    Xoxo Claudia

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  2. Liebe Doro
    Du schreibst so wunderbar ehrlich und humorvoll über Themen, die uns Frauen (ich nehme an, mehr Frauen als Männer;-)) alle betreffen. Kein bisschen abgehoben. Ich liebe das. Viel zu wenige erzählen heute, wie es in Ihnen und bei Ihnen zuhause wirklich aussieht.
    Danke für diesen klasse Post und liebe Grüße
    Iris

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