Lifestyle / Limone sul Garda und wie Du Dich überall in Gelassenheit üben kannst

Donnerstag, 6. August 2015


Ich glaube, das Städtchen Limone muss man außerhalb der Ferienzeit besuchen. Und vielleicht auch noch bei Sonnenschein. Als wir dort waren, war es einfach nur heiss. So Ü40. Grad.

Uns hat es dort zunächst nicht besonders gefallen, zu viele typische Touricafes und Restaurants mit lauter Musik und viel Nepp (Limoncello Flaschen in Form von... ich spreche es lieber nicht aus). Schwitzende Touris, überall Plastik und der Geruch vom Essen in der Luft. Wir fanden es ätzend.

Weißt Ihr, was ich neuerdings gern übe? Gelassen zu sein. Ich versuche mich umzupolen und auf das Schöne und Positive zu konzentrieren.  Also nicht die Limoncello Flaschen (ich bin immer noch geflasht). 

Manchmal flippe ich zwar noch aus und werde zur Diva mit PMS, aber als wir dort waren, stoppte ich irgendwann bewusst meine Gedanken und überlegte: 

"Was denkst Du da eigentlich? Du packst den Ort in eine Schublade, ohne es sich genauer angesehen zu haben. Du gehst völlig bocklos weiter und erwartest, noch größere Limoncello Flaschen zu sehen. Du bist so eine kritische blöde Kuh, guck mal genau hin."

Also spulte ich in meinem Kopf zurück und konzentrierte mich auf die schönen Kapellen, die malerische Altstadt ohne Autoverkehr, den Hafen (nicht die Restaurants), die Gassen, die typischen Häuser und die niedlichen Strassenschilder mit Zitronen. 

Also wenn Dir demnächst ein schwitzender, stinkiger Kerl auf Deine Zehen tritt (und Deine schönen Sandalen) und sich nicht entschuldigt, wenn eine ganze Gruppe eisleckend stehenbleibt um Dir und Deinem Mann beim Fotos machen zuzusehen, dann zeigst Du Ihnen nicht den Stinkefinger, sondern wirst fast zum Dalai Lama und bleibst gelassen in fast meditativer Versenkung. 

Und zwar pfeifst Du drauf. Du holst Dir einen fetten Eisbecher in Deiner Lieblingseisdiele, den Du dann in einem Glas Prosecco auflöst. Oder vier Gläsern. Ooooommmmm... Du bist ZEN. 

Ich bin richtig stolz, dass ich es immer öfter schaffe umzudenken. Ich übe mich gern in Gelassenheit. Es passiert mir immer noch, dass ich mich bei blöden Gedanken erwische. Alte Gewohnheiten schlafen nicht. Aber ich weiss, dass es nichts bringt, außer mir Energie zu rauben. Die nutze ich lieber für positive Veränderungen in meinem Leben. So viel besser!*

Du bist gelassen. Das Leben liebt Dich. Du hast eine unendliche Quelle der Liebe in Dir und sie strahlt durch Dich hindurch. Und wenn Dein Mann Dir auf der Rückfahrt nach Deutschland zu schnell fährt und zu aggressiv überholt und Du es einfach nicht schafft gelassen neben ihm zu sitzen, dann verpasst Du ihm einfach ein Schlafmittel.** Du bist ein Guru, Du hast es sowas von voll drauf. 

*Dafür muss man nicht extra zum Gardasee fahren. Man kann es überall anwenden  

**Diese Story ist einen eigenen Post wert. 






4 Kommentare

  1. I love you Doro! Schöner Post.

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  2. Liebe Doro,

    vielleicht hätten wir es leichter, wenn wir härter (im Nehmen) wären?

    Nach 1 Monat Sibirien, zurück in Wien, ertrage ich die heißen Nächte in der schmutzigen Großstadt, den Verkehr und alles, was zum Davonrennen ist mit einer mir völlig fremden Gelassenheit. Und ich glaube ich weiß warum: weil es in Sibirien viel härter war! Viel schmutziger, viel heißer, viel anstrengender. Und mit jeder Woche wurden wir stärker. Das hier? Kann mir doch nichts anhaben.

    So wie beim Sport das Training uns stärker macht, können harte Umgebungsfaktoren uns auch trainieren.
    Es hört sich vielleicht unsympathisch an, aber mir gefällt mein neues, stärkeres Ich, das bei 36° auf dem glühenden Asphalt eine Ehrenrunde mit dem Fahrrad fahren muss, am Weg zum Fotogeschäft, das nur Bargeld akzeptiert, weil es zu blöd war, ans Bargeld zu denken, und der nächste Bankomat 2 Hügel weit entfernt ist. Es war einfach wurst!
    Schweißelnde Männer? Eine Firma, die den Liefertermin schon wieder verschoben hat? Alles zum Schulterzucken! *grins*
    Ich hoffe, dass der Trainingseffekt lange anhält.

    Ist das eine raue Schale, die ich beschreibe? Nein. Es ist genau das, was du schilderst: "Und zwar pfeifst Du drauf."

    Anm: keine Frage, die EU mit all ihren Annehmlichkeiten ist wichtig für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, die nicht über 40cm hohe Randsteine steigen können. Ich wünschte, es gäbe mehr Kanten und Ecken im Alltag in der EU, damit ich nicht so verweichliche und glaube, alles muss immer super sein und genauso, wie ich es haben will. Weil so ist es nicht.
    Hach, Reisen ....

    Euch wünsche ich ein 2. Mal in Limone, off season.
    Oder einen eisgekühlten Limoncello bei deinem Lieblingsitaliener in Wuppertal, und dass du mit deinem Mann herzlich über den bes*******n Tag in Limone lachen kannst.

    ganz liebe Grüße!
    Paula

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    1. Ich liebe Deine Kommentare. Danke Danke Danke!
      Wie gut dass Du nicht dort geblieben bist...

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