Let go

Mittwoch, 16. Juli 2014


Ich muss Euch mal was gestehen: die letzten Jahre hab ich (gerade im Urlaub!) meinen Haaren viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt. Zum ersten Mal mache ich gar nichts und ich war seit bestimmt 10 Jahren nicht so zufrieden mit ihnen wie jetzt. Ich wasche sie, lasse sie lufttrocknen und kämme sie nur unter der Dusche oder höchstens mal die Spitzen wenn sie zu strähnig aussehen. Wie gesagt, ich mache einfach mal nichts.

Ihr ahnt es... ich will auf etwas hinaus. Ich übe mich im loslassen und das allgemein. Es ist toll sich einfach mal hinzugeben und zu akzeptieren, nicht gegensteuern und nicht ändern wollen. 

Ok, hier kommt ein Beispiel:
Wir ziehen Mitte August in eine neue Stadt, ca. 40 Min. von Köln entfernt. Ich weiss nicht was mit meinem Job sein wird denn ich habe keinen Platz für Lian in der OGS bekommen (da wir uns so spät für dieses Haus entschieden haben, hatte ich keine Chance mich zu bewerben, in Köln hatte ich einen. Im Klartext heisst es dass Lian gegen 12 Uhr oder früher nach Hause kommen wird). 
Ich denke dass es für etwas gut ist, auf jeden Fall für Lian, denn Fakt ist dass ich weniger arbeiten und dafür mehr zu Hause sein werde. 

Ich kann zunächst meine Mutter bitten sich um ihn zu kümmern und ich kann auch mal Samstags arbeiten wenn mein Mann zu Hause ist, auf die Dauer ist es aber keine Lösung. Jedoch mache ich mir keine Sorgen und ich habe auch keine Angst. Auch wenn uns finanziell ein Teil fehlen wird, es hat alles einen Grund denke ich.
Alles wird gut, von alleine. Es fühlt sich so richtig richtig an und dann ist es das. 

Mein Leben lang war ich so, ich schwamm im Fluss, und zwar in der Mitte, und akzeptierte was war. Mir ging es nicht immer super, aber meistens doch, trotz oftmals "nicht schöner" Umstände. Ich hatte irgendwie immer einen Plan und ich habe mich was getraut. 

Dann kamen die Kinder und irgendwas änderte sich. 
Es fiel mir plötzlich so schwer einfach mal Vertrauen zu haben, nicht auf andere Meinungen zu hören und mich fallen zu lassen. Denn als Mutter hört man ständig gut gemeinte Ratschläge, ist Kritik ausgesetzt und lässt sie zu, denn schließlich geht es plötzlich nicht mehr um Euch allein sondern um Euer Kind. Ich habe mich von meinem Weg abbringen lassen und zwar ohne dass es mir aufgefallen ist. 

Glücklicherweise fiel es mir irgendwann wieder auf. Ich weiss dass es viel weniger Mühe kostet zu glauben dass alles gut wird, als sich abzumühen und versuchen zu ändern was ist. 

Dennoch, fast ein Jahrzehnt meines Lebens hab ich mich oft gesorgt und hab gezweifelt. 
Aber ich hab das Ruder wieder übernommen, es fügt sich doch alles irgendwann. Selbst das! Haha, zieh Dir das mal rein ;)

Also gut, ich könnte jetzt meckern, mich täglich sorgen, die Schule belagern, den Träger der OGS täglich anrufen, versuchen die Lehrer zu bestechen, hohe Spenden versprechen...(radikale Stufen schneiden, braun färben, rot färben, glätten ) 
...aber es würde mir nichts bringen, denn Fakt ist dass ich keinen Platz habe und umdenken werde (Fakt ist dass ich blond bin und meine Haare ein Eigenleben haben).

Ich bin so gespannt was die nächste Zeit bringt. 
Ich bin entspannt aber dennoch total entschieden. 
Denn ich freue mich, ich kann gar nicht anders! Ich freue mich so über die Veränderungen und alles was es zu entdecken gibt. 
Und alles was nicht ist... wird!

Ach und zum Schluss: 



1 Kommentar

  1. Du hast ja auch noch uns, wir werden euch unterstützen so gut es geht. Endlich wohnen wir in einer Stadt. Ich freue mich schon drauf!

    AntwortenLöschen